Birrwil
Nach «Aprikosen-Fall»: Baugesuch für Sonnensegel musste ein zweites Mal aufgelegt werden

In Birrwil musste das Baugesuch der «Schifflände» ein zweites Mal aufgelegt werden. Beim ersten Mal im November ist es nicht im kantonalen Amtsblatt publiziert worden.

Anja Suter
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Die Sonnensegel kommen auf den leicht erhöhten Platz (M.) und in die Gartenwirtschaft.

Die Sonnensegel kommen auf den leicht erhöhten Platz (M.) und in die Gartenwirtschaft.

uhg (27. 7. 2013

Die Gartenwirtschaft unmittelbar am Wasser, das moderne lichtdurchflutete Gebäude: Für viele ist die «Schifflände» in Birrwil eines der schönsten, wenn nicht das schönste Restaurant am Hallwilersee. Wegen seiner exponierten Lage ist jede Veränderung am Gebäude heikel. Jetzt sollen vier temporäre Sonnensegel installiert werden. Als Folge des «Aprikosen-Falls» liegt das Baugesuch schon zum zweiten Mal auf (bis 30. März). Beim ersten Mal im November ist es nicht im kantonalen Amtsblatt publiziert worden.

Die Immobilienbesitzer möchten laut Gesuch eine ­«Sonnenschutz-Anlage mit temporären und aufrollbaren Sonnensegeln» bauen. Die vier Sonnensegel sollen in den Sommermonaten fest installiert werden. Drei befinden sich auf dem ­grösseren, leicht erhöhten Platz neben dem «Schifflände»-Haupteingang. Dort finden Apéros für gebuchte Events statt. Das vierte Sonnensegel soll in der Gartenwirtschaft aufgestellt werden. Laut Baugesuchsmappe belaufen sich die Investitionen auf 60000 Franken.

Der Landschaftschutzverband Hallwilersee (LSVH) äusserte bei der ersten Auflage Bedenken gegen die Sonnensegel. Er sei nicht grundsätzlich gegen betriebswirtschaftlich sinnvolle Lösungen. Eine Sonnenschutzanlage dürfe aber nur für einzelne Anlässe verwendet werden und müsse zwischenzeitlich abgebaut werden. Zudem sei ein Farbkonzept nötig, das auf das gesamte Erscheinungsbild des Hotels Schifflände abgestimmt sein sollte, heisst es in dem Schreiben, dass dem Baugesuch beiliegt. Auch der Kanton Aargau teilte in einer Stellungnahme vom 9. Januar mit, dass zusätzliche landschaftliche Einpassungen für die Sonnensegel von Nöten seien, ohne die das Projekt nicht bewilligt werden könne.

Die Renimag Gastronomie AG, zu welcher auch die «Schifflände» gehört, versichert, dass die Sonnensegel nur während des Sommerbetriebs und an besonderen Anlässen ausgerollt würden. Dies sei auch nur der Fall, wenn es besonders heiss oder Regen im Anzug sei. Fänden keine Anlässe statt, würden die Sonnensegel eingerollt. Die Farbe des Segelstoffes soll schlammfarbig und somit praktisch identisch mit der Holzfarbe der «Schifflände» sein. Die Masten und Farben sollen in derselben Farbe wie die Fenster der Schifflände (anthrazit Glimmer) ausgeführt werden.

Sowohl der Kanton als auch der LSVH sind mit diesen Erklärungen zufrieden.

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