Hendschiken
Nach anonymen Schmutzkampagnen: Was sagt Ammann Sabina Vögtli?

Wie belastend für die politische Arbeit sind die anonymen Flyer und Schreiben, die im Vorfeld der Gemeinderats- und Vizeammannwahlen im Ort gestreut wurden?

Ruth Steiner
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zvg

Am Telefon klingt Sabina Vögtlis Stimme frisch und sehr entschlossen. Mit deutlichen Worten macht die seit Anfang Jahr im Amt stehende Hendschiker Frau Gemeindeammann klar, dass sich der Gemeinderat von den anonymen Schmutzkampagnen vor den Gemeinderatswahlen im Herbst nicht ins Bockshorn jagen lässt. Auch nicht vom jüngsten ebenfalls anonymen Schreiben an die Adresse des Vizeammannkandidaten der SVP, Peter Kuster.

Kommentieren möchte Vögtli die Vorfälle jedoch nicht. Zu konkreten Fragen nach möglichen Gründen und nach den anonymen Absendern überhaupt, antwortet Sabina Vögtli: «Da mir keine gesicherten Fakten vorliegen, müsste ich mutmassen oder spekulieren. Ein solches Vorgehen entspricht mir jedoch nicht.» Soviel lässt sie sich entlocken: «Die Sache beeinträchtigt die politische Tätigkeit nicht. Alle Gemeinderatsmitglieder sind sehr motiviert und die Stimmung im Team ist gut. »

Nichtsdestotrotz wird sich wahrscheinlich das ganze Dorf dieselben Fragen stellen: Wie ist es in einem überschaubaren kleinen Ort wie Hendschiken möglich, dass Menschen über längere Zeit hinweg von anonymer Seite auf geschmacklose und diffamierende Art und Weise persönlich angegriffen werden können? Und: Wer zettelt eine derartige Schlammschlacht an?

Gespräch mit Bevölkerung führen

Auch ohne diese unschönen Nebengeräusche im Dorf hat Sabina Vögtli-Fischer alle Hände voll zu tun. Sie steht einem Gemeinderat in einer völlig neuen Zusammensetzung vor. Alle vier Ratskollegen wurden auf die Legislaturperiode 2018 - 21 neu gewählt. Die Frau Gemeindeammann war die einzige im Rat Verbliebene. Umso mehr betont sie, dass man nun vorwärts schauen und alles daransetzen wolle, dass sich die vier neuen Gemeinderäte raschmöglichst in ihre Ressorts einarbeiten und auch die Geschäfte ihrer Ratskollegen kennen. «Das ist sehr anspruchsvoll und braucht Zeit.» Und weiter: «Der Gemeinderat in seiner neuen Zusammensetzung will seine ganze Kraft und Energie nun in die anstehenden Geschäfte stecken. Wir haben viel zu tun.»

Auch Vögtli wurde im Herbst mit einem Flyer von anonymer Seite ins Visier genommen. Genützt hat es nichts: Sabina Vögtli wurde souverän als neue Frau Vizeammann gewählt. Und nach der verpassten Wiederwahl des damaligen Gemeindeammanns setzte sich die SP-Frau in einem Duell gegen Bruno Steiner (SVP) durch und wurde zum Gemeindeammann gewählt. Bruno Steiner tritt nun Anfang März in einem SVP-Zweier-Ticket mit Peter Kuster für das Amt des Vizeammanns an.

Mitte Januar hat sich der Gemeinderat zu einer ersten Sitzung getroffen. Schon bald will er in einer Klausurtagung verschiedene Fragen vertieft diskutieren und unter anderem Ressortziele ausarbeiten, erklärt Vögtli. Wie man mit der Dorfbevölkerung künftig kommunizieren will, steht dabei auf der Traktandenliste weit oben.