Seetal
Nach Abgang der Chefs: Nun steht bei der Repol Seetal die Fusion zur Debatte

Die Führung der Regionalpolizei Seetal plant nach den Chef-Rücktritten eine Neuorientierung. Konkret ist eine Fusion mit einer anderen Polizeieinheit soll geprüft werden. Nahe liegt die Repol Lenzburg.

Fritz Thut
Drucken
Ein Patrouillenfahrzeug der Repol Lenzburg vor dem Sitz der Regionalpolizei Seetal in Seengen.

Ein Patrouillenfahrzeug der Repol Lenzburg vor dem Sitz der Regionalpolizei Seetal in Seengen.

tf

Die Tage der Regionalpolizei (Repol) Seetal scheinen gezählt. Die Verantwortlichen der angeschlossenen Gemeinden haben beschlossen, den Anschluss an eine andere Polizeieinheit zu prüfen. Im Vordergrund steht da natürlich die Repol Lenzburg, die bereits 12 Gemeinden abdeckt.

Unmittelbarer Auslöser für die Neuorientierung sind die Kündigungen von drei Polizisten der Repol Seetal, darunter jene von Polizeichef Martin Ott und seinem Stellvertreter (az vom 8. April). Ott führte als einen Grund für seinen Wechsel zur Kommunalpolizei Affoltern am Albis die «langen Entscheidungswege» bei der Repol Seetal an.

Schwerfällige Vertragslösung

Ein Grund für die monierte Schwerfälligkeit ist der 2006 unterzeichnete Gemeindevertrag, der beispielsweise bedingt, dass an allen Gemeindeversammlungen über eine Pensenanpassung entschieden werden muss.

Im Führungsausschuss der politischen Vertreter der neun Gemeinden Boniswil, Dürrenäsch, Egliswil, Fahrwangen, Hallwil, Meisterschwanden, Sarmenstorf, Seengen und Seon hat sich nun die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Repol Seetal mit ihren sieben Polizisten und einer Zivilangestellten zu klein ist.

«Ein normaler Dienstbetrieb mit den jetzigen Mitteln ist schlichtweg nicht möglich», hält der Hallwiler Gemeinderat Christian Müller fest. Müller wurde an der Ausschusssitzung von vorgestern Mittwoch als Nachfolger des kurzfristig aus persönlichen Gründen zurückgetretenen Egliswiler Gemeindeammanns Rolf Jäggi zum Präsidenten des Ausschusses gewählt.

Anschluss oder Alleingang

Generell war die Zukunft der Regionalpolizei das Hauptthema an dieser Sitzung. Gemäss Müller gibt es zwei Möglichkeiten: Den Alleingang mit einem modifizierten Vertrag mit schlankeren Strukturen oder den Anschluss der Repol-Seetal-Gemeinden an eine bestehende andere Repol-Organisation.

Weil noch nicht alle involvierten Stellen informiert sind, will Müller den möglichen Partner nicht namentlich erwähnen, doch ist es ein offenes Geheimnis, dass ein Anschluss an Lenzburg am meisten Sinn machen würde. Bereits jetzt besteht eine Kooperation zwischen den Repols Seetal und Lenzburg, werden doch beispielsweise gemeinsame Patrouillen gefahren.

Der Betrieb der Repol Seetal wird nach dem auf August vorgesehenen Abgang von Polizeichef Ott «technisch und taktisch durch die Repol Lenzburg geführt», wie nun beschlossen wurde.

Ehrgeiziger Zeitplan

Um die mittelfristige Zukunft der Repol Seetal neu zu fixieren, erarbeitet die dreiköpfige Repol-Kommission mit Müller, Ariane Roth (Meisterschwanden) und Peter Käser (Seengen) bis zur nächsten Ausschuss-Sitzung am 18. Juni «saubere Unterlagen», so Müller.

Diese umfassen Vertragsentwürfe für beide Varianten mit den entsprechenden Kostenfolgen. «Ziel ist es, den Gemeindeversammlungen von diesem Winter einen gänzlich neuen oder einen angepassten Vertrag vorlegen zu können», so der ehrgeizige Zeitplan des neuen Präsidenten. In allen Gedankenspielen rund um die mit Seetaler Gemeinden ergänzte Repol Lenzburg, ist vorgesehen, dass ein Standort im Seetal - im Vordergrund steht der bisherige Sitz in Seengen - erhalten werden soll.

Repol Lenzburg ist offen

In Lenzburg kann man sich eine Integration von Seetaler Gemeinden vorstellen: «Ein Zusammenschluss wäre sinnvoll», hält Repol-Lenzburg-Chef Ferdinand Bürgi fest.

Ohne Absprache mit den politischen Verantwortlichen ergänzt er: «Für Gespräche sind wir offen. Aber unter dem Strich muss am Schluss die Sache auch für uns stimmen.»

Kommentar rechts

Aktuelle Nachrichten