Ende September gibt die Leiterin des Aarauer Stadtmuseums ihren Posten auf. Kaba Rössler (59) nimmt nach 13 Jahren Abschied und wird Co-Leiterin des Henry-Dunant-Museums in Heiden (AR). In Lenzburg kommt es zu einer ähnlichen Zäsur. Gestern wurde bekannt, dass Leiterin Christine von Arx – ebenfalls nach 13 Jahren – das Museum Burghalde verlässt. Im Gegensatz zu Rössler weiss Christine von Arx noch nicht, was sie ab Januar machen wird. «Ich bin gespannt auf etwas Neues», sagt die Historikerin. Sie habe nicht für eine neue Stelle gekündigt. Etwas Neues werde kommen.

Das verträumte Haus aufgeweckt

Vor einem Jahr, am 29. September 2018, wurde das Museum Burghalde nach einem Totalumbau wiedereröffnet. Der Umbau war der Gipfelsturm von Christine von Arx’ Schaffen im Lenzburger Stadtmuseum. Als 31-Jährige wurde sie Museumsleiterin. Ihr Vorgänger, Alfred Huber, übergab ihr «ein verträumtes Haus» und einen Ordner mit Akten. Das war ganz nach ihrem Geschmack. Sie hat in ihren 13 Jahren in der Burghalde das Haus aufgeweckt und 15 000 Jahre Geschichte anschaulich gemacht. Es sei Arbeit und Leidenschaft in einem gewesen. «Ich habe jeden einzelnen Tag genossen», sagt sie.

Nach dem Umbau sei keine Leere entstanden, wie man es nach dem Abschliessen von grossen Projekten vorkommen kann, sondern eine Fülle. Sie gerät beinahe ins Schwärmen, wenn sie von geplanten Ausstellungen in der Burghalden-Dépendance in der Seifi spricht. Im Museum Burghalde konnte sie sich vielseitig einbringen und hat neben ihrem Chefsessel auch immer wieder an der Kasse Platz genommen. Sie betont, von der Stiftung sowie von der Stadt stets wohlwollend unterstützt worden zu sein. Sie sei auch nicht Burnout-gefährdet. Seit einiger Zeit verspüre sie eine Aufbruchstimmung, «aus einer positiven Situation heraus».

Als Stiftungsratspräsident Urs F. Meier von von Arx’ Entscheid erfuhr, schlief er ein paar Nächte schlecht. Das Verhältnis zwischen Stiftungspräsident und Museumsleiterin ist ein enges. «Urs hat mir eine Chance gegeben und mich gefördert», sagt Christine von Arx. Die Stiftung sei zunächst perplex gewesen, als Christine von Arx ihren Entscheid bekannt gab. Auch beim Museumsteam habe ihre Ankündigung Emotionen hervorgerufen. Überall wird der Weggang der Museumsleiterin bedauert. «Doch natürlich haben wir Verständnis», sagt Meier. Man werde sich mit der Stadt der Herausforderung annehmen, eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu finden. Es sei vorgesehen, dass die Stelle neu ausgeschrieben werde.

Christine von Arx sieht sich auch in Zukunft in einem Kulturbetrieb. Nach ihrem Studium – Geschichte, Ethnologie, deutsche Literatur «und ein bisschen Wirtschaft» – hatte sie in verschiedenen Museen gearbeitet, bevor sie zur Burghalde kam. Bei ihrem Stellenantritt habe sie sich gewünscht, dass es «in 10 Jahren eine Wunschstelle sei». Das scheint ihr gelungen zu sein.