Lenzburg
Müssen Veganer in Lenzburg am Hungertuch nagen?

Kichererbsenpüree, gegrillte Auberginen, Chili-Olivenöl – eine Umfrage zeigt:Veganer brauchen im Städtchen nicht am Hungertuch zu nagen.

Barbara Vogt
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Amir Zamani vom «Yam Yam» liebt die vegane Küche: «Sie soll Augen und Gaumen meiner Gäste erfreuen.»Sandra Ardizzone

Amir Zamani vom «Yam Yam» liebt die vegane Küche: «Sie soll Augen und Gaumen meiner Gäste erfreuen.»Sandra Ardizzone

Sandra Ardizzone

Ab sofort sind sie out, die saftigen Steaks, die Eglifilets oder die in Butter geschwenkte Pasta. An ihrer Stelle treten Gerichte, die momentan in aller Munde sind: die veganen. In den grossen Städten gibts bereits Restaurants, die ausschliesslich Menüs ohne tierische Produkte anbieten.

Und im kleinen Lenzburg? Es gibt sie, die veganen Speisen: Im Restaurant Rosmarin stehen regelmässig Menüs ohne Fleisch, Fisch und Milchprodukten auf der Speisekarte. Nicht etwa weil diese momentan trendig sind oder er explizit Veganer anziehen will, sagt Restaurantbesitzer Philipp Audolensky. «Doch die Küche reizt mich. Es ist eine Herausforderung, ohne tierische Zutaten Menüs zu kreieren.» Im vergangenen Monat gabs bei Audolensky gefüllte Zucchiniblüten mit Kichererbsenpüree und Rüebliperlen. Das war bei allen Gästen und nicht nur bei Veganern beliebt. «Wo können sie schon gefüllte Zucchini-Blüten essen?», sagt der Koch. Erbsli mit Rüebli sei etwas, das man sowieso kenne und gerne habe.

Vater mit Sohn kommt

In der Sandwich-Bar Yam Yam gehen die vegan zubereiteten Sandwichs wie heisse Weggli über die Theke. Seit Neuestem schlemmen die Gäste jeweils mittwochs über den Mittag an einem vegetarisch-veganen Buffet: Dafür grilliert Chef Amir Zamani Gemüse und Brot, macht Salate, brutzelt aus Getreidesorten Bratlinge, formt Falafel und würzt den Tofu so, dass er nicht fade, dafür würzig schmeckt. Er pröbelt mit Ölen und Currys, mit Sojasauce und Kokosmilch, mit Minze und Sesam. Mischt Koriander und Orangen, Limette und Chili. «Die Gerichte peppe ich mit Nüssen auf», sagt er und lacht. Die vegane Küche sei aufwendig und zeitintensiv. «Die Ideen hole ich mir Tage zuvor im Internet oder in Büchern.» Stets achtet er darauf, vielfältig zu kochen.

Es gebe immer mehr Leute, die sich vegan ernähren, freut sich Amir Zamani. Regelmässig komme ein Vater mit seinem Sohn mittwochs zu ihm, weil sie sich dann am veganen Buffet bedienen könnten. Und eine Gruppe älterer Damen gehöre längst zu seiner Stammkundschaft.

Köche andernorts sind flexibel

Gibt es in Lenzburg also nur zwei Restaurants, wo Veganer einkehren können? Nein, sie können auch anderswo als im «Rosmarin» oder im «Yam Yam» essen gehen: Im Restaurant Hotel Ochsen stehen zwar nicht explizit vegane Speisen auf der Karte, doch für Gäste kochen sie schon mal so, tönt es aus der Küche. Da werde ein Risotto statt mit Butter mit Öl zubereitet und beim Tomatensalat der Mozzarella weggelassen.

An Banketten im Hotel Krone befindet sich immer ein oder zwei Veganer unter den Gästen, sagt Hotel-Vizedirektorin Alexandra Wohlfahrt. Selbstverständlich würden sie auch mit veganen Gerichten verwöhnt, etwa mit Tofuschnitzeln mit Gemüse-Couscous an Kräutersauce.

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