Möriken-Wildegg

Musikgesellschaft ist nach 15 Jahren wieder am Start des Eidgenössischen

Musikgesellschaft Möriken-Wildegg bei der letzten Marschmusikprobe vor dem Eidgenössischen Musikfest.  Markus Christen

Musikgesellschaft Möriken-Wildegg bei der letzten Marschmusikprobe vor dem Eidgenössischen Musikfest. Markus Christen

Es ist das grösste Blasmusikfest der Welt. Über 20000 Musikanten in 522 Vereinen nehmen daran teil. So vermeldet es die Homepage vom Eidgenössischen Musikfest in St. Gallen, das an diesem und dem nächsten Wochenende über die Bühne geht.

Mit dabei ist diesmal auch die Musikgesellschaft aus Möriken-Wildegg. Vor 15 Jahren hat sie zum letzten Mal an einem Eidgenössischen Musikfest teilgenommen. Für die lange Abstinenz gibt es verschiedene Gründe. «Am Eidgenössischen teilzunehmen ist mit einem sehr grossen Aufwand verbunden», sagt Präsident Philipp Burger. «Man wendet sehr viel Zeit auf, um die Konzertstücke einzuüben. Ausserdem treten wir im Marschmusikwettbewerb mit Evolutionen auf. Das bedeutet einige zusätzliche Probeabende.»

Doch auch die Kosten sind nicht zu unterschätzen. So bezahlt der Verein pro Mitglied für die Festkarte, eventuelle zusätzliche Essen und die Noten rund 200 Franken.

Musikalisch auf dem Zenit

Mit den bisherigen Vorbereitungen ist der Präsident zufrieden. «Ich denke, musikalisch sind wir wirklich gut vorbereitet. Wir üben die Konzertstücke nun seit rund einem halben Jahr ein und sind wohl auf unserem Zenit angekommen.» Um sich über den Stand der Vorbereitungen vergewissern zu können, organisierte die Musikgesellschaft vor einem Monat ein Vorbereitungskonzert, wozu drei Vereine und ein Juror eingeladen wurden.

Schwieriger sei es, so Burger, eine Standortbestimmung bei der Marschmusik zu machen. Hier würde es aus musikalischer Sicht wohl noch Verbesserungspotenzial geben. Allerdings müsse man sich beim Laufen mit Evolutionen eben sehr stark auch auf die Schrittfolgen konzentrieren.

Am vergangenen Dienstag traf sich die Musikgesellschaft zur letzten offiziellen Marschmusikprobe auf der wegen Bauarbeiten gesperrten Unteräschstrasse. Die Stimmung im Verein ist gut, man freut sich auf den grossen Auftritt vom heute Samstag.

Das Publikum soll Freude haben

Schon seit Jahren entscheiden sich die Musikanten aus Möriken-Wildegg für eine Marschmusik mit Evolutionen und dies, obwohl immer mehr Vereine auf den zusätzlichen Aufwand verzichten. «Es macht einfach mehr Spass, als geradeaus zu laufen», erklärt Tambourmajor Urs Hunziker.

Allerdings würden dabei manchmal Aufwand und Ertrag nicht in einem befriedigenden Verhältnis stehen. «Es ist schon etwas enttäuschend, wenn man mit einer geringen Punktewertung wieder nach Hause fahren muss.» Für Hunziker besteht die grosse Herausforderung am Marschmusikwettbewerb darin, eine Idee aus seinem Kopf auf die Strasse zu bringen, und zwar so, dass es für alle funktioniert. Sein Ziel ist es, vor allem dem Publikum aber auch den Musikanten Freude zu bereiten. «Das Publikum hat dafür gezahlt, uns sehen zu können, dafür sollen sie entlohnt werden.»

Die Proben, so Hunziker weiter, liefen wie erwartet und das heisst, nicht ganz optimal. Leider sei es schwierig im Verein einen wirklich guten Probebesuch zu erreichen. Das liege aber auch daran, dass einige Mitglieder im Schichtbetrieb arbeiteten. «Ich glaube aber, was wir erreicht haben, kann sich sehen lassen.»

Um das grosse Fest so richtig auskosten zu können, wird die Musikgesellschaft Möriken-Wildegg nach ihren Auftritten am Samstag noch eine Nacht in St. Gallen bleiben und erst am Sonntag nach Hause fahren. Zusammen mit dem Jodlerklub Schlossbrünneli, der seinerseits vom Eidgenössischen Jodlerfest in Interlaken heimkehrt, wird um 18 Uhr beim Gemeindehaus in Möriken für die Bevölkerung ein Empfangsapéro organisiert.

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