Wildegg
Musikalische Reise in die Zeit der barocken Säle

Das Rheinfelder Capriccio Barockorchester hielt Hof auf Schloss Wildegg. Der Schlosshof war ein idealer Rahmen für eine Reise in die Zeit der grossen, geschmückten Säle, die durch die Kompositionen von Vivaldi, Mozart und Händel begleitet wurde.

Markus Christen
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Capriccio Barockorchester spielt auf Schloss Wildegg
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Capriccio Barockorchester spielt auf Schloss Wildegg
Capriccio Barockorchester spielt auf Schloss Wildegg
Capriccio Barockorchester spielt auf Schloss Wildegg

Capriccio Barockorchester spielt auf Schloss Wildegg

Markus Christen

Zeitlos. Mit diesem Attribut wird gerne die währende Gültigkeit von Musik oder von Kunst im Allgemeinen zu Bewusstsein gebracht. Zeitlosigkeit ist ein fast unschlagbares Qualitätssiegel im rauschenden Strom der ästhetischen Moden.

Die Musik des Rheinfelder Orchesters Capriccio geriert sich alles andere als zeitlos und bürgt doch gleichzeitig für die Erkenntnis, dass sich Gegensätze unter anderem auch über Gemeinsamkeiten definieren können.

Zeitvoll, zeiterfüllt oder zeitintensiv sind die hochstehenden, von einer lebendigen Schönheit geprägten Vorträge des Capriccio Barockorchesters, das sich mit Hingabe der Musik aus dem 17. und dem 18. Jahrhundert verschrieben hat. Auf Einladung des Vereins Freunde der Möriker Operette spielte eine neunköpfige Formation des Orchesters Capriccio am Samstagabend an der bereits 31. Schloss-Serenade im Hof auf Schloss Wildegg. Wunderbar allein schon war dabei der Anblick, wie die bernsteingoldenen Strahlen der sich verabschiedenden Abendsonne auf die Musikerinnen und Musiker fielen und den geistreichen, hier frechen, da elegischen Melodien ein würdiges Panorama gerecht wurde.

Man fühlte sich zurückversetzt, wenn man dem Barockorchester lauscht, in eine Zeit der grossen, geschmückten Säle, der höfischen Manieren, der verstohlenen Blicke und der üppigen Gesten. Der Schlosshof präsentierte sich dabei als idealer Rahmen für diese Gedankenbilder, die durch die Kompositionen von Telemann, Vivaldi, Mozart und Händel geweckt wurden und den fürstlichen Genuss zu illustrieren wussten, der den über 200 Zuhörern während der Schloss-Serenade geboten wurde. Faszinierend war es auch zu beobachten, wie die Musiker kaum wahrnehmbar miteinander kommunizierten und sich auf dieser Grundlage eine beeindruckende Harmonie des Spiels sich entwickelte.

«Auch für uns war es schön, auf Schloss Wildegg musizieren zu dürfen», sagte Dominik Kiefer, der musikalische Leiter des Barockorchesters, nachdem der letzte Ton zwischen Schlossmauern und Stall verklungen war. Gerade weil der Schlosshof eine natürliche und ursprüngliche Umgebung sei für die Musik, der sich das Orchester Capriccio widmet.

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