Möriken
Musical «Heidi» begeistert in Möriken Kein und auch Gross

Das Kindermusical «Heidi» sorgte am Samstagnachmittag im vollen Gemeindesaal von Möriken für aufmerksame Kinderaugen. Dabei wurden die Zuschauer auch öfters gleich ins Spiel miteinbezogen.

Markus Christen
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Heidi bringt den Haushalt in Frankfurt ganz schön durcheinander.

Heidi bringt den Haushalt in Frankfurt ganz schön durcheinander.

Es ist die Geschichte eines kleinen Mädchens, das von den Erwachsenen in der Welt herumgeschoben wird, aber dabei nie seine naive und grossherzige Unschuld verliert und es so schafft, bei seinen Bezugspersonen nach aussen zu kehren, was diese tief im Innern versteckt halten.

Die Kinder verfolgten das Musical «Heidi» im Gemeindesaal von Möriken gespannt: Von ihrer Tante Dete wird Heidi zur Alphütte ihres Grossvaters, dem Alpöhi, gebracht. Der sturköpfige Einsiedler zeigt sich wenig begeistert, sind ihm doch schon die Bewohner aus dem Dorf unterhalb der Alp zuwider, geschweige denn die mondäne Tante mit ihrem Hut, ausladend wie ein Regenschirm. Was er nicht kennt, so die Devise des Alpöhis, das kann ihm auch keine Sorgen bereiten. Dementsprechend darf ihm das fremde Mädchen gerne fremd bleiben.

Doch der Alpöhi schliesst die kleine Heidi in sein Herz und reagiert verständlicherweise fassungslos, als die Tante erneut anrückt, um Heidi mit sich mit und nach Frankfurt zu nehmen.

Alpglühen macht Heimweh

Die Inszenierung des Kindermusicals durch Brigitt Maag und Paul Weilenmann mit Liedern von Andrew Bond ist äusserst klug und mitreissend. Mit eingängigen Melodien, schnell nachvollziehbaren Effekten und Dialogen mit Witz werden zwei differente Welten aufgebaut zwischen denen Heidi ihren Platz suchen muss. Auf der Alp unter freiem Himmel ist Heidi behütet, doch von Schulbildung und Ausbildung will der Grossvater nichts wissen. Im Haus in Frankfurt, das von Fräulein Rottenmeier mit strenger Hand geführt wird, kann Heidi immer nur ans Alpenglühen denken und wird von schmerzlichem Heimweh geplagt.

Es ist das kopflose Treiben des jungen Mädchens, das die beiden Welten einander näher bringt und zeigt, dass man die Grenze überschreiten kann ohne alles zu verlieren. Und es ist die theatralische Umsetzung dieses kopflosen Treibens durch die temperament- und lustvollen Schauspieler, das die Zuschauer im Gemeindesaal von Möriken besonders in Entzückung versetzte.

Für lang anhaltendes Lachen sorgte die Szene, in der Fräulein Rottenmeier, wunderbar gespielt von Charlotte Heinimann, den Hausangestellten Sebastian auf den Arm nimmt. Ein Scherz der gestrengen Dame, der notabene ohne den Einfluss von Heidi nicht denkbar gewesen wäre.

Die Kinder wurden miteinbezogen

Öfters wurden die Zuschauer ins Spiel miteinbezogen. Die Kinder im Publikum mussten Fräulein Rottenmeier beispielsweise die Hände zur Sauberkeitsinspektion zeigen. Und auf die Frage bei der Ankunft von Heidi in Frankfurt, ob das Mädchen überhaupt hochdeutsch spreche, meinte Sebastian, leider spreche es nur Möriker-Dialekt. Man durfte am Samstagnachmittag im Gemeindesaal also frohen Mutes auch über sich selbst lachen.

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