Möriken-Wildegg - Averstal
Möriker Ehepaar hat sich im Bündnerland ein eigenes Hotel gebaut

Das Möriker Ehepaar Vreny und Heinz Bryner hat sich in Avers-Juppa im Bündnerland mit viel harter Arbeit einen Traum erfüllt und ein eigenes Hotel gebaut. Die Zukunft im Averstal kann beginnen.

Markus Christen
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Möriker Ehepaar baut Hotel im Bündnerland
4 Bilder
Das Hotel Turtschi während der offiziellen Einweihung.
Das Avers-Hochtal: Ein Wanderparadies.
Berghotel Turtschi bei der Eröffnung

Möriker Ehepaar baut Hotel im Bündnerland

Markus Christen

Der Weg führt tief in den Bündner Süden und auf 2027 Meter über Meer. Knapp zehn Minuten dauert eine Autofahrt an die italienische Grenze beim Stausee im Val di Lei. Es herrscht prachtvolles Wetter. Die Sonne steht im Zenit. Kaum eine Wolke in Sicht.

Nur vier Tage zuvor hat es hier im Averstal geschneit. Gestürmt als stecke man im tiefsten Winter. Jetzt, am Samstag, also herrliches Sommerwetter. Optimale Bedingungen für die Eröffnungsfeier.

Vreny (59) und Heinz (61) Bryner begrüssen die Gäste auf der Restaurantterrasse. Die Stimmung ist gelöst. Insbesondere beim Ehepaar aus Möriken. Im Oktober 2010 erfolgte hier unter dem Felskopf mit Namen Turtschi der Spatenstich. Knapp eineinhalb Jahre später erstrahlt das Hotel Turtschi mit 13 Zimmern und 26 Betten im Talweiler Avers-Juppa in vollem Glanz.

Dazwischen liegt vor allem eins. Viel harte Arbeit.

Zwei grosse Leidenschaften

Mit der Idee, sich in einem eigenen Hotel um Gäste zu kümmern, hatten sich Vreny und Heinz Bryner in den vergangenen Jahren immer wieder beschäftigt. Die Vorstellung hatte gewissermassen ihrem Lebensentwurf entsprochen. 1975 geheiratet, gingen die Bryners für zwei Monate auf Hochzeitsreise nach Amerika.

Zurück in der Schweiz und in Möriken trafen sie auf eine schwierige Situation auf dem Arbeitsmarkt. Gezwungenermassen machte sich Heinz Bryner schnell selbstständig. Unter anderem goss er Kerzen und verkaufte sie auf dem Markt. Später arbeitete er, weiterhin selbstständig, im Baugewerbe. Vreny Bryner, die vorderhand keine Stelle als Lehrerin fand, kellnerte für eineinhalb Jahre im Restaurant Bären in Wildegg. Bald entdeckten sie zwei grosse Leidenschaften. Das Avers im Graubünden, wo sie 1987 ein Ferienhaus kauften und ausbauten, sowie das Kochen. Sie bewirteten fortan ihre Freunde an Geburtstagen und Hochzeiten, führten die Küche in Schulskilagern und starteten ihren eigenen Partyservice.

Faires und tolles Verhalten

Mit dem Bau des Hotels Turtschi haben sich Vreny und Heinz Bryner nun ihren Lebenstraum erfüllt. Bis auf den Rohbau haben sie praktisch alle Arbeiten selbst ausgeführt. Mit Hilfe von Freunden und ihren beiden Kindern Michelle und Marco.

«Als ich die Liste mit Eigenleistungen gesehen habe, welche die Familie auszuführen beabsichtigte», sagt Architekt Aldo Kollegger an der Eröffnungsfeier, «habe ich gedacht, das sei nie und nimmer möglich.» Dabei war nicht nur die eigentliche Bautätigkeit erschöpfend, sondern auch der Gang durch die Behörden und eine Einsprache vom benachbarten Bergalga-Hotel kosteten Nerven.

An der Eröffnungsfeier schliesst Architekt Kollegger mit einem eindrücklichen Lob: «Ein so faires und tolles Verhalten von Seiten der Bauherren habe ich noch nie erlebt.»

Avner Bevölkerung beeindruckt

Mit ihrem Einsatzwillen und ihrem Durchhaltevermögen haben die Bryners auch die Avner Bevölkerung beeindruckt. Vreny und Heinz Bryner ist die Wertschätzung aus dem Tal besonders wichtig. Ihr Hotel, das sich durch eine einladende Architektur in bodenständiger Moderne präsentiert, soll sich nahtlos in die Landschaft einfügen und den Gästen die durch die Berge geprägte Lebenswelt der Einwohner näher bringen.

«Am Stammtisch sollen unsere Besucher Walserdeutsch zu hören kriegen», sagt Vreny Bryner. Sie hat den Kopf bereits voller Ideen und will spezielle Turtschi-Wochen organisieren. Geplant sind Wanderungen mit ortskundigen Einheimischen und verschiedene Workshops. Vreny Bryner ist enthusiastisch. Die Zukunft im Averstal kann nun beginnen.

Internet: www.berghotel-turtschi.ch