Möriken-Wildegg
Am Möriker Oldtimer-Traktorentreffen kann man sich gegen Corona impfen lassen

Dieses Wochenende findet in Möriken das Oldtimer-Traktorentreffen statt. Auch da hat Corona seine Spuren hinterlassen: Man kann sich zum Beispiel gleich vor Ort gegen das Virus impfen lassen. Mitorganisator und SVP-Grossratspräsident Pascal Furer, sonst eher als Kritiker der Coronamassnahmen bekannt, erklärt, wie es dazu kommt.

Florian Wicki
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Vor vier Jahren waren es rund 1200 Maschinen, heuer sollen es um die 700 sein. Aufnahme vom 26. August 2017.

Vor vier Jahren waren es rund 1200 Maschinen, heuer sollen es um die 700 sein. Aufnahme vom 26. August 2017.

Markus Christen

Am Freitag beginnt das grosse und alle vier Jahre stattfindende Oldtimer-Traktorentreffen in Möriken. Erwartet werden rund 700 Traktoren – und deutlich mehr Besucher. Wie viele es in diesem Jahr werden, ist laut einem der Organisatoren, SVP-Grossratspräsident Pascal Furer, bisher noch unklar: «Vor vier Jahren waren es rund 12'000 Besucherinnen und Besucher, heuer ist die Schätzung wegen Corona deutlich schwieriger.» 5000 Gäste sollten es aber schon sein. Es gibt weder eine Zertifikats- noch eine Maskenpflicht. Aber: Furer, der schon mit Kritik an den Schutzmassnahmen aufgefallen war, hat bei seinem Parteikollegen ein Impfzelt bestellt:

«Ich habe Regierungsrat Jean-Pierre Gallati gesagt, wenn er schon überall vor Ort impfen will, soll er doch auch bei uns vorbeikommen.»

Und Furer betont: «Wir haben ein Schutzkonzept, das vom kantonsärztlichen Dienst abgesegnet wurde.» Das Treffen ist keine Grossveranstaltung, sondern wird von Gesetzes wegen wie eine Ausstellung oder wie ein Jahrmarkt behandelt, deshalb entfällt die Masken- und Zertifikatspflicht. Corona sorgt trotzdem für Einschränkungen, wie Furer erklärt: «Da wir keine Grossveranstaltung machen wollten, mussten wir das ganze Rahmenprogramm absagen, das wir ursprünglich geplant hatten – etwa die Auftritte der Spider Murphy Gang oder von azTon.»

Ausserdem gelte das ganze rund 80'000 Quadratmeter grosse Festgelände – Toiletten selbstverständlich ausgenommen – als Aussenbereich. Durch die alle fünf Meter angereihten Maschinen mit Besuchergassen dazwischen sei es einfach, die nötigen Mindestabstände einzuhalten, um die Sicherheit der Besucher zu garantieren.

Dreckig und gefährlich?

In der Möriker Bevölkerung herrscht nicht nur Freude über den Anlass. So monierte ein ortsansässiger AZ-Leser in der gestrigen Ausgabe, es sei erstaunlich, dass dieser Anlass von den Behörden erlaubt wurde, würden doch mehrere hundert Traktoren und noch mehr Besucherautos erwartet: «Die Belastung der Umwelt wird enorm sein. Alte Traktoren sind meistens Dreckschleudern, die viel Lärm und Russ verursachen.» Durch die Anreise, zum Teil aus dem Ausland, würden der Strassenverkehr behindert und viele Überholmanöver provoziert.

Furer findet die Umweltdiskussion ein wenig müssig, seiner Meinung nach ist praktisch jede Freizeitaktivität auf die eine oder andere Art umweltbelastend und verbraucht irgendwelche Ressourcen. Dass alte Traktoren Dreckschleudern sind, dagegen wehrt er sich aber: «Die alten Traktoren sind eher sparsam, weil sie in der Regel sehr klein sind und wenig Leistung haben.» Und ob diese nun bei sich zuhause benutzt oder für ein Wochenende nach Möriken gebracht werden, mache doch keinen grossen Unterschied.

Extra eine eigene Haltestelle geschaffen

Und schliesslich soll laut Furer auch der Strassenverkehr nicht übermässig unter dem Treffen leiden, schliesslich sei der Anlass – wie schon die letzten Male – vom Kanton bewilligt: «Wir haben sogar die Bewilligung, auf der Ausserortsstrecke zwischen Möriken und Brunegg, also beim Festgelände, die Höchstgeschwindigkeit auf 60 km/h zu begrenzen.» So sollen eben gefährliche Überholmanöver entschärft und die Unfallgefahr durch schaulustige Vorbeifahrer reduziert werden.

Hinzu komme, dass viele der Traktoren nicht selber nach Möriken fahren, sondern auf neuere und ökologischere Fahrzeuge verladen und so zum Treffen gebracht werden. So wie auch die Besucher: Laut Furer hat das Traktorentreffen mit der Regionalbus Lenzburg eine Partnerschaft, die eine eigene Bushaltestelle gleich beim Festgelände ermöglicht, damit der Anlass auch problemlos mit dem ÖV besucht werden kann.

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