«Ein Jahr lang haben wir versucht, unter dem Motto ‹Mitenand im Wald› die Einhaltung der Waldregeln zu vermitteln», sagt Frank Hämmerli, Stadtoberförster von Lenzburg. «Jetzt wollen wir mit Massnahmen eingreifen und das Gesetz durchsetzen.»

Ein Jahr, nachdem der Forstbetrieb Lenzia die Waldknigge-Plakate im Forstrevier Lenzia vorgestellt hat – unter dem Strategienamen VIWAKNIGG (das steht für «Visualisierung Waldknigge») – , luden die Verantwortlichen die Medien am Dienstag erneut ein. «VIWAKNIGG 1 hat die Leute aufgeklärt und auch zu einer wichtigen Selbstregulierung geführt. Hundehalter werden von anderen Waldbesuchern beispielsweise auf die Leinenpflicht aufmerksam gemacht», sagt Frank Hämmerli. Trotzdem habe es immer noch schwarze Schafe, die sich nicht an die Waldregeln halten wollen. Der gute Glaube helfe hier nicht weiter: Diejenigen, die sich nicht an das Gesetz halten müsse man zur Rechenschaft ziehen, so Frank Hämmerli.

Polizei geht auf Bikepatrouille

Gemeinsam mit Stadtrat Martin Steinmann, Thomas Laube (Jagdleiter der Jagdgesellschaft Diana) und dem Leiter der Regionalpolizei Lenzburg, Ferdinand Bürgi, präsentierte Frank Hämmerli die neue Strategie VIWAKNIGG 2: In Zukunft wird die Regionalpolizei vermehrt im Wald auf Bikepatrouille unterwegs sein. Besonders an den bekannten Hotspots werden die Polizisten Präsenz markieren. «Wir werden dafür sorgen, dass die Gesetzte eingehalten werden», erklärt Ferdinand Bürgi. Dabei wird die Polizei nicht mehr einfach Verwarnungen aussprechen wie bis anhin: Bei einem Verstoss gegen das Waldgesetz beziehungsweise Strassenverkehrsgesetz werde eine Anzeige erstattet, erklärt Polizeichef Bürgi. «Es ist klar geregelt, dass Biker oder auch Reiter die vorgesehen Waldwege nicht verlassen dürfen; tun sie dies trotzdem, werden sie angezeigt.»

Warum diese Härte? «Lenzburg ist eine Waldstadt», so Frank Hämmerli. Die Hälfte des Gemeindegebiets sei Wald. Im Siedlungsgebiet werde die Einhaltung der Regeln durchgesetzt; dasselbe müsse im Wald passieren, hält Hämmerli fest.

«Biotop Wald braucht Schutz»

Das Forstrevier Lenzia hat eine Fläche von 11 Quadratkilometern. Im Wald Berg-Ebnet mit dem Esterliturm wird es von 21 Kilometer Waldweg durchzogen. Der Wald ist das Naherholungsgebiet Nummer eins in der Region: Laut Hämmerli besuchen täglich rund 2000 Menschen das Forstrevier, Tendenz steigend.

«Das Biotop Wald braucht Schutz», hält Thomas Laube, Jagdleiter der Jagdgesellschaft Diana, fest. Und weiter: «Das Waldstrassennetz ist ungefährlich für unsere Wildtiere und Vögel. Die Trails der Biker zwischen den Waldwegen stören aber den natürlichen Raum von Tieren und Pflanzen und schädigen somit den Wald. Dem müssen wir entgegenhalten.»

Pioniere auf dem Gebiet

«Um unseren Wald zu schützen, haben wir mit unserer Kampagne vom letzten Jahr eine Pionierrolle eingenommen», sagt Frank Hämmerli. Nun geht die Kampagne noch einen Schritt weiter. Möglich, dass andere Gemeinden im Kanton ihrem Beispiel folgen.