Region Lenzburg
Miteinander gegen Stau und Schleichwege

Lenzburg, Niederlenz und Staufen haben eine gemeinsamen Verkehrspolitikerarbeitet. Jetzt ist das Volk an der Reihe

Ruth Steiner
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Bei der Kreuzung Freiämterplatz Richtung Autobahn, Stadt und Kerntangente staut der Verkehr von Niederlenz her zuweilen.

Bei der Kreuzung Freiämterplatz Richtung Autobahn, Stadt und Kerntangente staut der Verkehr von Niederlenz her zuweilen.

Aargauer Zeitung

Gut drei Jahre ist es her, seit die Ammänner von Lenzburg, Niederlenz und Staufen Ende Januar bei klirrender Kälte in der Personenunterführung beim «Mülimärt» ihre Unterschrift unter die Absichtserklärung setzten. Darin bekräftigen sie ihren Willen, zusammen nach einer Lösung zu suchen, wie der Verkehr auf der wichtigsten Drehschreibe in der wachsenden Region flüssiger gemacht werden könnte.

Mit der gemeinsamen Verkehrsstrategie sollten Fragen geklärt werden, wie Schnell- und Langsamverkehr an den Schnittstellen möglichst effizient von einem zum andern Ort geführt und wieder verteilt werden können, wie an neuralgischen Stellen Stau vermieden und einem Ausweichen auf Schleichwege durch die Quartiere frühzeitig der Riegel geschoben werden kann.

Bisher hatte die Verkehrsplanung keine Rücksicht auf Bautätigkeit und Schaffung neuer Quartiere genommen. Das hat sich nun geändert. «Das kantonale Baugesetz schreibt vor, dass Verkehr und Siedlungsentwicklung aufeinander abgestimmt werden müssen», erklärt Christian Brenner vom Bauamt Lenzburg. «Wenn Staufen neue Quartiere baut und in Niederlenz die Industrie weiter wächst, so hat das Einfluss auf das Verkehrsnetz in Lenzburg.»

Für die Vertragsunterzeichnung hatte man 2014 deshalb ganz bewusst die symbolträchtige Stelle beim «Mülimärt» gewählt. Dort, wo sich auf zwei Ebenen die Hauptverkehrsadern von Nord nach Süd und von West nach Ost treffen und kreuzen – also Richtung Innenstadt Lenzburg, Niederlenz, Staufen und ins Seetal –, wurde der Meilenstein für die künftige Zusammenarbeit gelegt. Jetzt liegt das Resultat vor: Der Kommunale Gesamtplan Verkehr (KGV) umfasst rund 160 Seiten. Er beinhaltet im Anhang einen umfangreichen, relativ detaillierten Massnahmenkatalog für sämtliche Verkehrsteilnehmer, vom Fussgänger über die Velofahrer bis hin zum motorisierten Individualverkehr und öffentlichen Verkehr. Jetzt ist die Reihe an der Bevölkerung. Seit Anfang April und noch bis am 5. Mai kann sie sich zum vorliegenden Planwerk äussern. Bis zu diesen Datum kann der KGV auf den drei Gemeinden eingesehen beziehungsweise von deren Websites heruntergeladen werden. Der Info-Anlass zum Thema sei ganz bewusst ans Ende der Vernehmlassung gelegt worden, sagt Brenner. Man habe der Bevölkerung Gelegenheit geben wollen, sich vor der Veranstaltung mit dem umfassenden Werk auseinanderzusetzen.

Information zum KGV am Donnerstag, 27. April, 19 Uhr im alten Gemeindesaal, Lenzburg

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