Die Mitarbeiter der Birrwiler Spitex-Firma «Pflegeprivat GmbH» sind unzufrieden. Nicht nur werden ihnen die Pensionskassen-Beiträge nicht bezahlt, manchen Mitarbeiter wurde der Lohn nicht sofort ausgezahlt.

So erging es Romi Hofmann. Sie arbeitet bis letzten Mai für die «Pflegeprivat GmbH». Jedoch musste sie teilweise bis zu zwei Monaten auf ihren Lohn warten. Gegenüber dem Sender «Tele M1» sagte sie: «Jeden Monat zur Bank zu gehen und fragen, ob der Lohn eingetroffen ist, das ist mühsam.» Drum hat die 58-Jährige Konsequenzen gezogen und gekündet.

Sie ist nicht die einzige, die Probleme mit der Lohnauszahlung hatte. F. Müller hat nur einen Monat bei der Spitex-Firma gearbeitet. Sie sagt, die Arbeitsbedingungen seinen «unaushaltbar» gewesen.

Einen Arbeitsplan habe sie nie erhalten. Täglich habe sie angerufen, um ihre Arbeitseinsätze in Erfahrung zu bringen. Teilweise wurden ihre Anrufe einfach ignoriert. Nach einem Monat Probezeit hat sie die Kündigung erhalten – einen Lohn hat sie nie erhalten. Müller zieht deshalb vors Bezirksgericht und stellt dort ein Schlichtungsgesuch.

Konfrontiert mit den Vorwürfen, verteidigt Martin Wernli, Mitgründer der «Pflegeprivat GmbH», das Vorgehen der Firma. Die Möglichkeit von verzögerten Lohnauszahlungen stehe im Arbeitsvertrag. Bei fehlenden Arbeitsrapporten könne die Firma die Löhne nicht auszahlen, sagt er zu «Tele M1». Die Mitarbeiter würden über fehlende Unterlagen informiert, ihnen werde geagt, dass ohne Arbeitsrapporte die die Lohnzahlung gefährdet sei.

Was die ausstehenden Pensionskassenbeiträge anbelangt erklärt Wernli, dass die Firma seit Mitte März für alle Mitarbeiter in die zweite Säule einzahle. Er gibt zu, dass die Anmeldung seiner Mitarbeiter bei der Pensionskasse viel zu spät erfolgt ist, streitet jedoch ab, dies aufgrund des medialen Drucks getan zu haben. «Wir wollen ein guter Arbeitgeber sein – und das sind wir auch.» (zam)