Lenzburg

Mit wenig Aufwand Rehe retten

Aabachkanal südlich von Lenzburg bekommt Ausstiegshilfe

Aabachkanal südlich von Lenzburg bekommt Ausstiegshilfe

Rehe und andere Kleintiere folgen dem Wildtierkorridor und laufen geradewegs auf die Kantonsstrasse zwischen Lenzburg und Seon. Mit einer Ausstiegshilfe aus einem Industriekanal sollen diese Tiere vor dem Tod gerettet werden.

Die Kantonsstrasse von Lenzburg nach Seon wird im Bereich des Waldes von einem Wildtierkorridor gekreuzt. Dabei handelt es sich um den Wildtierkorridor AG8 von nationaler Bedeutung, der von den zuständigen Sachbearbeitern im kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) im Grundlagenbericht 2009 als «stark beeinträchtigt» taxiert wird.

Neben der viel befahrenen Strasse bildet der östlich nachfolgende Aabachkanal eine Barriere, die von den Tieren «kaum passierbar» ist, wie im Bericht festgehalten ist.

Dieser «Suurstoffi»-Kanal, wie er im Volksmund wegen der Versorgung der Sauerstoff-Werke (heute Messer Schweiz AG) geheissen wurde, hat gemauerte Wände und ist derart tief, dass er für hineingefallene Tiere schnell zur Todesfalle werden kann.

3 bis 4 Rehe landen im Rechen

«3 bis 4 Rehe landen jährlich tot im Rechen bei der Messer AG», hält Stefan Meier, zuständiger Projektleiter von der BVU-Abteilung Landschaft und Gewässer, fest.

Dies muss nicht sein. Aus diesem Grund will man den Kanal mit einer zweiten Ausstiegshilfe ergänzen. Weiter südlich, am Kanaloberlauf, gibt es bereits ein ähnliches Bauwerk, «das sich schnell bewährt hat», so Meier.

Das entsprechende Baugesuch wurde im kantonalen Amtsblatt publiziert und liegt bis zum 7. Februar während der Bürostunden auf dem Stadtbauamt Lenzburg am Kronenplatz 24 öffentlich auf.

Für die Ausstiegshilfe wird hangseitig die Mauer entfernt und ein flacher Auslauf erstellt, den die Tiere besser bewältigen können. Auf der Gegenseite wird der Kanal schräg aufgefüllt.

«Keine grosse Sache»

Das Projekt ist gemäss Stefan Meier «keine grosse Sache». Der BVU-Projektleiter rechnet mit einer Bauzeit von einem, maximal zwei Arbeitstagen. Die vorgesehenen Baggerarbeiten sind mit der Firma Messer AG und auch mit dem angrenzenden Forstbetrieb Lenzia abgesprochen.

«Mit wenig Aufwand kann man hier viel für den Schutz der Wildtiere erreichen», umschreibt Meier den optimalen Aufwand-Nutzen-Effekt. Und wartet auf die Baubewilligung.

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