Lenzburg
Mit mehr Jugendarbeit sollen «Folgekosten» reduziert werden

Am nächsten Donnerstag stimmt der Einwohnerrat über eine Erhöhung der Jugendarbeitsstelle ab. Sagt der Einwohnerrat Ja zur Aufstockung, erhöhen sich die Lohn- und Sozialversicherungskosten von bisher 77916 Franken auf 155000 Franken pro Jahr.

Barbara Vogt
Drucken
Im Jugendtreff Club 56 im Tommasini unterhalten sich die Jugendlichen vielseitig. Fotos: Irena Jurinak

Im Jugendtreff Club 56 im Tommasini unterhalten sich die Jugendlichen vielseitig. Fotos: Irena Jurinak

Im März 2010 begann Kathrin Wohlgemuth ihre Arbeit als Jugendarbeiterin mit einem 50-Prozent-Pensum. Ihre erste spannende Aufgabe: die Suche nach Videoreporterteams für den Film «Lenzburg 9-99», der in Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Verein Peopletalk entstand.

In diesem Film gingen Jugendliche der Frage über die Nutzung von öffentlichen Plätzen in Lenzburg nach. Daraus entstand der heutige Jugendtreff Club 56 im Tommasini. «Die Jugendlichen wünschten sich einen richtigen Hängerplatz, einen Ort, wo sie sein dürfen. Diesen Wunsch haben wir ihnen erfüllt», freut sich Stadträtin Heidi Berner, die in der Projektsteuergruppe des Films «Lenzburg 9-99» mitwirkte.

Doch nicht alle Gruppierungen treffen sich gerne am selben Ort oder haben dieselben Interessen. Deshalb sollen mehrere Plätze und Angebote für die Jugendlichen aus Lenzburg und Umgebung geschaffen werden. Das bedingt allerdings eine Aufstockung der Stellenprozente für die Jugendarbeit. Was auch die externen Fachleute von Peopletalk in ihrem Schlussbericht über den Film «Lenzburg 9-99» finden.

Von 50 auf 120 Stellenprozente

Dafür beantragt der Stadtrat an der Einwohnerratssitzung vom Donnerstag, 22. September, eine Erhöhung der Jugendarbeitsstelle von 50 auf 120 Prozent ab 2012. Erst im letzten Juni befasste sich der Einwohnerrat mit einem Jugendthema: Er hiess nach einer engagierten Debatte die definitive Einführung der Schulsozialarbeit mit 1,6 Stellen und jährlichen Kosten von 200000 Franken gut. Die Bereiche Schulsozialarbeit und Jugendarbeit dürften jedoch nicht vermischt werden, betont Heidi Berner. «Die Schulsozialarbeit greift schulsoziale Anliegen auf, die Jugendarbeit deckt die Freizeit der Jugendlichen ab.»

Sagt der Einwohnerrat Ja zur Aufstockung, erhöhen sich die Lohn- und Sozialversicherungskosten von bisher 77916 Franken auf 155000 Franken pro Jahr. Auch der jährliche Sachaufwand würde um 10000 Franken steigen. Die Aufstockung um 70 Prozent sei gerechtfertigt, schreibt der Stadtrat in seiner Vorlage. «Wir hoffen, damit Folgekosten zu reduzieren.» Ausserdem zeige der Vergleich mit anderen Gemeinden, dass das aktuelle Angebot in Lenzburg unterdurchschnittlich sei.

Die Fachgruppe Jugendarbeit beantragte eine Aufstockung der Stellenprozente auf 160 Prozent. Was dem Stadtrat aus finanzieller Überlegung zu viel ist: «Die Verschuldung der Stadt Lenzburg und der Ausblick auf den Finanzplan für die kommenden Jahre schränken unseren Handlungsspielraum ein.»

Aktuelle Nachrichten