Lenzburg
Mit Kies kann weiterhin Kasse gemacht werden

Die Einweihung der neuen modernen Betriebsanlagen im Kieswerk Lenzhard wurde mit einem Fest gefeiert. Die Kiesgrube Lenzhard das zweite finanzielle Standbein der Lenzburger Ortsbürger und soll es auch bleiben.

Heiner Halder
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Am Freitag feierten die Baubeteiligten und am Samstag durfte die Bevölkerung die Neubauten im Kieswerk bewundern. heiner halder.

Am Freitag feierten die Baubeteiligten und am Samstag durfte die Bevölkerung die Neubauten im Kieswerk bewundern. heiner halder.

Neben der jüngst eingeweihten Wohnüberbauung (die «Milchkuh auf dem Viehmarktplatz») ist die Kiesgrube Lenzhard das zweite finanzielle Standbein der Lenzburger Ortsbürger. Ein lukratives Unternehmen, welches letztes Jahr mit dem überdurchschnittlichen Ausstoss von über 80 000 Kubik den Ortsbürgern 286 250 Franken Gewinn ablieferte. Diese können den «Kies» im doppelten Wortsinn gut brauchen, es stehen an der Wintergmeind weitere Investitionsbegehren im Kulturbereich bevor.

Damit mit Kies allseits auch ordentlich kassiert werden kann, sind allerdings vorerst Investitionen im technischen Bereich notwendig. So bemühte sich Lenzburg mit Erfolg, die Materialabbauzone im Lenzhard um 5,9 Hektaren erweitern zu können. Als Voraussetzung dafür sind Ausbauten und Modernisierungen der Betriebsanlagen von Beton Niederlenz-Lenzburg und vom Kieswerk Lenzburg vollzogen oder stehen unmittelbar bevor. Sie wurden am Wochenende eingeweiht und der Bevölkerung am «Tag der offenen Tür» vorgestellt.

Baurecht-Dienstbarkeitsvertrag

Die Grundlagen dafür wurden von den beteiligten Partnern mit einem Baurechts-Dienstbarkeitsvertrag zwischen Betonproduzentin und Kieslieferantin geschaffen und von den beiden Ortsbürgergemeinden Lenzburg und Niederlenz mit der Beton AG ein Zusammenarbeitsvertrag geschlossen.

Nach Zustimmung des Souveräns im Sommer 2010 wurde mit Volldampf die Realisierung angegangen. Die bisherige Betonzentrale wich einem Neubau mit verschiedenen Silos: einerseits die turmartig verkleideten Segmente für die diversen Kieskomponenten, anderseits die vorgelagerten vier Zement- Silos. Darunter ist die Mischanlage installiert, welche per Computer nach Rezeptur die Zutaten zusammenführt. Jetzt können die Komponenten zwischengelagert werden, so dass gleichzeitig Beton hergestellt und die Kiesauslieferung erfolgen kann. Das Kommandogebäude des Kieswerks wurde um einen Stock erhöht und die neu geschaffenen Räume der Beton AG vermietet. Der Anteil der Ortsbürger beträgt 600000 Franken aus dem Budget und 220000 Franken für Platzsanierung und Brückenwaage aus der laufenden Rechnung 2011.

«Wir stehen ein Jahr später vor einem gelungenen Bauwerk mit einer völlig neuen und modernen Betonzentrale mit viel grösserer Leistungsfähigkeit und einem fast neuen Kommandogebäude, die ein rationelleres Arbeiten ermöglichen», freute sich der ehemalige Lenzburger Vizeammann Jakob Salm an der Einweihung und hielt fest: «Mit der in Aussicht stehenden Kiesabbaubewilligung sind wir topfit für die Zukunft.»

Bessere Voraussetzungen

Verwaltungsratspräsident René Jean Richard von der Beton AG, welche letztes Jahr einen Rekord-Ausstoss realisierte, ist ebenfalls froh über bessere Voraussetzungen im harten Wettbewerb im Betongeschäft. Gemeindeammann Maurice Humard von Niederlenz, dessen Ortsbürger ebenfalls reiche Kieswerkbesitzer sind, konnte etwas Eifersucht nicht verhehlen, pries indes die gute Zusammenarbeit der Nachbargemeinden, was von Stadtrat Martin Stücheli denn auch bestätigt wurde. Auch die Projekt-Beteiligten äusserten sich durchwegs positiv. Das gewaltige Gewitter am späteren Freitagabend vermochte die Hochstimmung am Einweihungsfes jedenfalls nicht zu beeinträchtigen.

Kurz vor Baubeginn steht die neue Förderanlage mit Vorsortierung und Zwischendepot für den Kiesnachschub aus dem neuen Abbaugebiet, für welche die Lenzburger Ortsbürger weitere 1,2 Millionen Franken bewilligt haben. Nachdem die Rodungsbewilligung erteilt und die Nutzungsplanung vom Regierungsrat genehmigt ist, darf nun die
Abbaubewilligung des Kantons erwartet werden. Vizeammann Jakob Salm, welcher das Erweiterungsprojekt betreut, rechnet mit dem «ersten Spatenstich» im neuen Abbaugebiet noch diesen Herbst.

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