Lenzburg

Mit fotografischem Auge braunes Zebra entdeckt

Beatrice Aeberli stellt ihre Afrika-Bilder im Müllerhaus aus. Foto: mr

Beatrice Aeberli stellt ihre Afrika-Bilder im Müllerhaus aus. Foto: mr

Bis zum 6. März sind im Müllerhaus auf Planen aufgespannte Fotos aus Tansania von Beatrice Aeberli zu sehen. Auf raffinierte Weise können die Kunstwerke entsprechend der jeweiligen Stimmung mit anderen Bildern ergänzt werden.

Freitag-Taschen aus Blachenstoff in Ehren: Dass man mit Lastwagenplanen auch anderweitig künstlerisch tätig sein kann, beweist die Lenzburgerin Beatrice Aeberli. Bis Sonntag, 6.März, sind im Müllerhaus-Kellergewölbe ihre auf Planen aufgespannten Fotos aus Tansania zu sehen.

Auf raffinierte Weise sind die grosszügig bemessenen Kunstwerke, nach einer Idee der Künstlerin, mit jeweils vier Ösen versehen, dass man sie, entsprechend der jeweiligen Stimmung oder den wechselnden Jahreszeiten, elegant mit anderen Bildern ergänzen oder beliebig auswechseln kann.

Nie Tiere in der Wildnis berühren

Während draussen bereits wieder leise die Schneeflocken tanzen, trifft man im Innern des Müllerhauses auf Afrika pur. Beatrice Aeberli ist daran, die letzten Vorbereitungen für die Vernissage von gestern Abend zu treffen. Klein, aber fein wird diese ausfallen, ohne grosse Reden, aber mit einigen Müsterchen und Geschichten aus Afrika, ihrer grossen Liebe, angereichert.

Anstatt mit Wein wird man mit Amarula anstossen, einem Likör, der aus der gleichnamigen Frucht gemacht worden ist. «Wenn die Elefanten von den Früchten essen, werden sie ganz schön betrunken», schmunzelt Beatrice Aeberli.

Vom unheilbaren Virus «Afrika» angesteckt wurde die Künstlerin schon vor vielen Jahren. Regelmässige Besuche, meist in Kleingruppen, aber auch als Alleinreisende mit einem Guide haben ihren (fotografischen) Blick für Natur und Tiere geschärft.

Ägypten, Marokko, Madagaskar, aber auch Persien und die Türkei haben tiefe Spuren in ihr hinterlassen. Neben ihrem (künstlerischen) Brotberuf in einer bekannten Confiserie am Rennweg in Zürich findet die Malerin und Fotografin immer wieder Gelegenheit, eine Auszeit in Afrika zu nehmen und neue Impressionen zu sammeln.

Dass sie in einer Gruppe von Zebras schon mal ein weiss-braunes Tier entdeckt, ist nicht einer Sinnestäuschung zuzuschreiben, wohl aber ihrem fokussierten Blick und der Liebe fürs Detail. Solche Tiere gebe es übrigens wirklich, es seien Albinos.

Mit der Ausstellung im Müllerhaus, teilweise mit taufrischen Bildern, lässt die Künstlerin die Besucher hautnah an ihren vielfältigen Erlebnissen in Afrika teilhaben. Fast meint man, direkt in das spannende Geschehen involviert zu sein. Hier blickt man in die Augen eines «sanften» Löwen, dort streckt man imaginär die Hand nach einem zierlichen Zebra aus.

Man möchte die filigranen Bäume berühren, die sich scherenschnittartig vom glutroten Himmel abheben. «Out of Africa» kommt einem unweigerlich in den Sinn.

Sie habe grosse Achtung und grossen Respekt vor den Tieren, sagt Beatrice Aeberli, die selber zwei reinrassige Stubentiger (Russisch Blau) besitzt. «Nie würde ich ein Tier in der Wildnis berühren.» Und dies nicht wegen Angst vor Ansteckung, sondern in umgekehrten Sinne. «Man hat immer etwas Insektenspray an den Fingern, das könnte für die Tiere gefährlich sein», erklärt sie.

Opernhaus und Zeichentrickfilm

«Ich habe einige tausend verschiedene Sujets für Planen zur Auswahl», bemerkt die Künstlerin. Die Ordner liegen, neben von ihr gestalteten Fotobüchern und Karten, in der Ausstellung zur Ansicht auf.

Beatrice Aeberli ist in Erlinsbach AG aufgewachsen. Nach ihrer Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Zürich absolvierte sie ein Volontariat als Ausstattungsassistentin am Opernhaus Zürich. Ebenfalls als Volontärin war sie als Zeichentrick-Coloristin bei Lindafilm München tätig. Unter anderem besuchte sie in den 90er-Jahren eine Schule für Glasmalerei und -schleiferei in Kassel.

In Lenzburg führte sie von 1983 bis 1987 die Boutiqe Arte Vetro für Kunstgewerbe und Glasschleiferei.

Ausstellung im Müllerhaus Dauer: bis 6. März. – Öffnungszeiten: Freitag/Samstag/Sonntag 12 bis 20. Uhr. Dienstag/Mittwoch/Donnerstag 18 bis 20 Uhr. E-Mail: Beatrice.aeberli@skmail.ch.

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