Kurz vor Weihnachten im letzten Jahr passierte es: Beim Weltcup in Peking stürzte Dimitri Isler bei seinem Sprung – einem dreifachen Salto mit vier Schrauben – und brach sich dabei den Talusknochen im linken Fussgelenk. Damit war die Weltcupsaison für den jungen Skiakrobaten aus Fahrwangen bereits kurz nach dem Start gelaufen. Statt den endgültigen Durchbruch im Weltcup zu schaffen, war der zweifache Europacup-Gesamtsieger für den Rest der Saison zum Zuschauen verdammt.

Respekt ist immer da

Erst im Juni konnte er nach einem mehrwöchigen Rehabilitationsprogramm und einem intensiven Kraftaufbau im Magglingen wieder regulär trainieren. Vier Mal pro Woche feilte Dimitri Isler auf der Wasserschanze an seinen Sprüngen. «Ich konnte alle Trainings mitmachen, aber der Fuss schmerzte noch immer. Daher absolvierte ich meistens nur fünf statt zehn Sprünge», blickt Isler zurück.

Trotz den Schmerzen im Fuss und den weniger umfangreichen Trainings wagte sich Dimitri Isler an einen neuen, noch schwierigeren Sprung heran als jener, der ihm im letzten Dezember in Peking zum Verhängnis wurde: einen dreifachen Salto mit fünf Schrauben. Ein Sprung, den nur sehr wenige Skiakrobaten im Weltcup beherrschen. «Den Sprung will ich diesen Winter zeigen. Am liebsten natürlich bei der WM», sagt Isler.

Bevor aber die neue Weltcupsaison beginnt und sich der ausgebildete Kaufmann, der zurzeit neben dem Sport die Berufsmatura im Selbststudium absolviert, für die WM empfehlen kann, steht noch der letzte intensive Trainingsblock auf dem Programm.

Mit dem Schweizer Team weilt Isler einen Monat in Finnland, um sich den letzten Schliff zu holen. «Nachdem wir in Saas-Fee drei Wochen lang intensiv an den Doppel-Salto-Sprüngen gearbeitet haben, werden wir in Finnland die Dreifach-Salti trainieren», so Isler. Und die sind auch für einen Profi wie Isler kein Kinderspiel. «Die ersten Sprünge mit drei Salti sind immer etwas schwierig. Da bin ich jedes Jahr nervös und habe grossen Respekt davor.»

Hohe Ziele

Isler hat sich jedoch in den Trainings während den letzten Wochen ein gutes Gefühl erarbeitet und Selbstvertrauen tanken können. Und auch sein Fuss hält, obwohl er hin und wieder schmerzt. «Ich muss gut auf meinen Körper hören und gehe auch noch immer regelmässig in die Physiotherapie. Aber ich kann mittlerweile alles machen und weiss auch, wie viel Schmerzen ich aushalten kann», sagt Isler.

Der 23-Jährige blickt der neuen Saison entsprechend zuversichtlich entgegen und steckt sich hohe Ziele. Er will im Gesamtweltcup in die Top 10 springen und an der WM mit seinem neuen Sprung gar die Top sechs erreichen. «Diese Ziele sind definitiv ambitioniert, aber nicht unrealistisch», ist Isler überzeugt. Die ersten Weltcup-Events finden im Dezember in China statt.