Einwohnerrat

Mit diesen Methoden steigen die Lenzburger Parteien in den Wahlkampf

Mit klassischen Plakaten buhlen die Parteien im neuen Wohnquartier «Im Lenz» um die Gunst der urban gesinnten Wählerinnen und Wähler.

Mit klassischen Plakaten buhlen die Parteien im neuen Wohnquartier «Im Lenz» um die Gunst der urban gesinnten Wählerinnen und Wähler.

Mit diesen Methoden steigen die politischen Parteien in Lenzburg in den Wahlkampf für den Einwohnerrat.

In vier Wochen wird gewählt. 89 Köpfe auf acht Parteilisten bewerben sich um 40 Sitze im Einwohnerrat Lenzburg. Vor einer Woche haben sich die Präsidenten von SVP, SP, FDP, GLP, CVP, Grüne, EVP und BDP an dieser Stelle über ihre quantitativen Wahlziele geäussert. Praktisch alle haben Appetit auf mehr – niemand will einen Sitz verlieren.

Die AZ ist der Frage nachgegangen, wie der Wahlkampf auf lokaler Ebene betrieben wird und mit welchen Mitteln die politischen Parteien punkten wollen. Wird weiterhin auf die klassischen Plakateaushänge gesetzt? Leistet man sich in der heutigen Zeit noch Inseratekampagnen? Wie weit nutzen die Lenzburger Parteien die sozialen Medien für ihre Wahl-Propaganda?

Erfahrungsgemäss ist in den Kassen lokaler Parteien kaum Geld für teure Wahlkämpfe vorhanden, mit den begrenzten Mitteln muss haushälterisch umgegangen werden. Nebst der «Qualität» ihrer Kandidaten, ihrem Bekanntheitsgrad und der Vernetzung sind die Parteien in ihrer Kreativität herausgefordert, wie ein Wahlkampf erfolgreich gestaltet werden kann. Das sieht in der Praxis in Lenzburg so aus: Allen voran die grossen Parteien setzen nach wie vor auf das bewährte Plakat mit Kandidatenporträts. Die Plakate sind in den vergangenen Wochen an Passantenlagen, verkehrsreichen Strassenabschnitten und in grossen Wohnquartieren platziert worden. Die Grünen bedienen sich in ihrer Reaktion auf diese Frage in der Humorkiste. Man beschränke sich aus «ökologischen, ästhetischen und finanziellen Gründen auf Mini-Plakate, ganz nach dem Motto: ‹Lieber Buchenmischwald als Plakatwald›», heisst es. Inserate, wenn überhaupt, werden sparsam geschaltet, Flyer sind kaum ein Thema.

Sämtliche Parteipräsidenten geben an, die modernen Kommunikationsmittel für den aktuellen Wahlkampf zu nutzen. Auf den parteieigenen Websites sind die Kandidatenlisten mit wenigen Ausnahmen schon frühzeitig aufgeschaltet – das war vor vier Jahren noch nicht der Fall. Nutzen will man auch die sozialen Medien, wie Facebook und Twitter. Hingegen schreibt niemand so genau, was dort genau geschehen soll. Man darf gespannt sein.

So wie es aussieht, setzen alle acht Parteien schwergewichtig auf den persönlichen Kontakt. Hier sprudelt es so richtig aus den Ideenkisten der Parteienspitzen. Zu Themenspaziergängen durch die Stadt wird geladen oder zu Standaktionen in der Altstadt. Die Grünliberalen gehen am Dienstag, 30. Oktober, schon zum zweiten Mal mit einer persönlichen Begegnung auf Stimmenfang, diesmal geht es um das Thema Lichtverschmutzung. Die Linken warten am kommenden Samstag, 4. November, mit einer Wunschbox in der Rathausgasse auf. In die Box können «Verbesserungsvorschläge für Lenzburg» deponiert werden, die anwesenden Kandidaten sind parat fürs Gespräch. Zudem plant man erstmals eine Telefonkampagne, um die Wähler an die Urne zu locken. Zum Telefonhörer greifen laut Auskunft auch die SVP-Kandidaten. Die FDP «plant im November verschiedene Anlässe» zur direkten Begegnung. Aufs persönliche Gespräch setzen auch die kleineren Parteien. Die CVP betont zudem, dass ihre Arbeit auch während der Legislatur sichtbar sei und verweist als Beispiel auf den Erhalt des KV-Standorts Lenzburg, bei welchem die CVP federführend war.

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