Sie machte es spannend, die Musikgesellschaft Möriken-Wildegg. Der erste Auftritt in den neuen Uniformen war für die Jahreskonzerte vom Wochenende, die passenderweise unter dem Titel «Arrival» (Ankunft) standen, angekündigt. Doch als sich am Freitagabend der Vorhang hob, sassen die Musikanten in bordeauxroten Kitteln und dunkelgrauer Hose auf der Bühne. So, wie die Musikanten seit 1997 auftreten. Die Präsentation der neuen Uniform wollte spektakulärer inszeniert sein.

Spannung vor der Präsentation

So mussten sich die Konzertbesucher noch gedulden, konnten sich bei den ersten drei Stücken, welche die Musikgesellschaft unter der Leitung von Markus Fankhauser spielte, Gedanken über die Farbe des neuen Outfits machen. Wie üblich in Möriken bereicherten die Majoretten und die Tambouren das Programm.

Nach 21 Jahren der allerletzte Auftritt in der alten Uniform.sih

Nach 21 Jahren der allerletzte Auftritt in der alten Uniform.sih

Nach der Pause spielte zuerst die Seniorenmusik unter der Leitung von Daniel Fankhauser und zeigte, dass man auch mit einem Durchschnittsalter von 72 noch mit Elan musizieren kann. Danach stieg die Spannung. «Welche Farbe wird es wohl sein?», fragte Margrit Meier, die durch den Abend führte. «Blau? Oder vielleicht ganz gewagt in Gelb?»

Dann traten sie endlich auf, die Musikanten in ihren neuen Uniformen. Durch die Zuschauereingänge marschierten sie in den Gemeindesaal ein und spielten «Arrival» von Abba in einem aubergine-farbenen Outfit. Der tosende Applaus des Publikums zeigte die Zustimmung zum frischen Auftritt.

Uniform mit Finessen

Markus Büttiker vom Atelier Büttiker aus Pfaffnau, dem Hersteller der Uniformen, wies auf interessante Details hin. «Aus 80 Farben und 300 Modellkörpern konnte ausgewählt werden», berichtete er. Der Kittel in Aubergine ist mit einem silbernen und schwarzen Besatz am Revers ergänzt. Die Hose ist schwarz mit einem glänzenden Seitenstreifen. «Der Stoff der Jacke hat durch eine spezielle Webart eine besondere Struktur», führte Büttiker weiter aus. «Je nach Licht ändert sich die Farbe.» Die Krawatte wurde extra kreiert und am linken Ärmel ist «Möriken-Wildegg» aufgestickt, sodass das Outfit wirklich unverwechselbar ist.

Karin Hohl, Mitglied der Uniformenkommission, die sich mehr als zwei Jahre mit der Beschaffung der neuen Ausstattung befasst hat, berichtete über den Entscheidungsprozess. «Eine Umfrage unter den Musikanten hat ergeben, dass etwas Elegantes gewünscht wurde, eher wie ein Anzug sollte es aussehen, weniger uniformmässig.» Das ist mit dem nun gewählten Schnitt und dem Stoff perfekt umgesetzt. «Bei der Farbe standen schliesslich Blau, Bordeauxrot, wie bisher, und Aubergine in der engeren Auswahl, die Musikanten durften abstimmen», berichtete Karin Hohl weiter. Sie findet, die neue Uniform sei sehr leicht und angenehm zu tragen.

Für jedes Instrument anders

Und lässt sich in den neuen Uniformen auch besser spielen? «Tatsächlich sind die Kittel für jeden Musikanten speziell geschnitten», erklärte Karin Hohl. «Ein Querflötenspieler beispielsweise muss die Arme höher heben können als eine Klarinettistin.» In ihrem perfekt angepassten, neuen Outfit präsentierte die Musikgesellschaft dem Publikum einen beschwingten zweiten Konzertteil.