Dass man im Rollstuhl durchaus mobil bleiben kann, beweist Yannick Schaaf (23) in aller Deutlichkeit. Der Othmarsinger hat sich Anfang Sommer das Ziel gesteckt, die Strecke von Genf bis Tossa de Mar in Katalonien mit dem Rollstuhl zu bewältigen. Dieses Ziel hat er auch grösstenteils erreicht.

Seit kurzem ist er zurück. Im Gespräch mit Tele M1 erzählt er über die Freuden und Sorgen der Reise. Am meisten machte Schaaf der heisse Sommer zu schaffen. «Die Hitze beim Fahren war manchmal ziemlich heftig», sagt er. Daher musste er ab und zu, wenn es zu heiss wurde, eine Pause einlegen. Die Hitze macht nicht nur seinem Körper zu schaffen, auch die Batterie des Rollstuhls hatte zu kämpfen: "Es kam vor, dass beim Bergauffahren die Batterie überhitzte", erklärt Schaaf. Er liess sich davon nicht entmutigen und fuhr weiter. 

Trotz aller Vorbereitung und Mühe reichte es dann doch nicht ganz bis nach Tossa de Mar. Nach rund zwei Dritteln der Strecke musste er vom Rollstuhl aufs Auto umsteigen.  Dass er sein Ziel nicht ganz erreicht hat, macht ihm allerdings nichts aus: «Es erfüllt mich mit Stolz, dass ich sowas überhaupt versuchen konnte. Es gibt mir Selbstbewusstsein für den Alltag», sagt der junge Mann.

Yannick Schaaf ist schon seit dem zehnten Lebensjahr wegen einer Muskelkrankheit auf den Rollstuhl angewiesen. Durch seine Reise nach Spanien wollte er seine Grenzen testen, und dies sei ihm auch gelungen. «Ich habe mir sicher auch Sorgen gemacht um meinen Körper und mich gefragt, ob ich es aushalten werde. Ich musste auch immer auf Herz achten», erklärt der 23-Jährige und zeigt damit, dass er sich der Gefahren und Probleme der Reise durchaus bewusst war. 

Sein Ziel hat er zwar nicht ganz erreicht. Doch er lässt sich davon nicht entmutigen. Schon nächstes Jahr will er wieder auf Reisen gehen. (hap)