Brunegg

«Miss Sophies Erbe»: Verbale Giftpfeile fliegen über die Theaterbühne

Man ist einander nicht grün, wenn es um Miss Sophies Erbe geht.

Man ist einander nicht grün, wenn es um Miss Sophies Erbe geht.

Die Komödie «Miss Sophies Erbe» der Theatergruppe Brunegg ist eine schwarzhumorige bis makabre Fortsetzung des Fernsehklassikers «Dinner for One». In der ersten Februarwoche wird das Stück in der Mehrzweckhalle Brunegg aufgeführt.

Miss Sophie ist tot. Keinen Monat ist es her, da hat die schrullige Gastgeberin noch mit ihren vier engsten Freunden und mit ihrem Butler James bei einem «Dinner for One» ihren 90. Geburtstag gefeiert. Und nun also hat Miss Sophie, das televisionäre Gewohnheitsglück des Silvesterabends, das Zeitliche gesegnet.

So zumindest erzählt es das komische Theaterstück «Miss Sophies Erbe». Darin findet sich eine illustre Runde extravaganter Persönlichkeiten zur Testamentseröffnung auf Miss Sophies Anwesen ein. Darunter die welke Operetten-Diva Ludmilla Stroganoff, der farbenprächtige Modemacher Siegfried Roy Toby oder die stöckelbeschuhte Herz-Kreislauf-Gefahr Gilla Winterbottom.

Nicht genug dick allerdings fliessen bei den zahlreichen Möchtegernerben die Krokodilstränen über den traurigen Verlust, um dahinter die Pfundzeichen in den Augen verbergen zu können. Und so kommt es, wie es kommen muss: Bald schon fliegen die verbalen Giftpfeile zwischen den Kontrahenten ums Vermächtnis kreuz und quer über die Theaterbühne.

Vom Schwank zur Komödie

Mit «Miss Sophies Erbe», das in der ersten Februarwoche in der Mehrzweckhalle Brunegg gezeigt wird, hat sich die Theatergruppe Brunegg auf unbekanntes Terrain gewagt. In den vergangenen Jahren hatte man sich vorwiegend dem bäuerlichen Schwank zugewandt.

Nun wird in Brunegg eine Komödie gespielt, angesiedelt in der englischen Oberschicht, die dem schwarzen britischen Humor verpflichtet und gespickt ist mit schneidigen Dialogen und bitterbös-originellen Beleidigungen. Nicht fehlen dürfen dabei natürlich auch nicht vielfältige Anspielungen auf die Fernsehvorlage «Dinner for One».

«Das Stück einzuüben, war eine grosse Herausforderung für uns», berichtet das Theaterensemble am Rande einer Probe. Für manche der Laiendarsteller gab es sehr viel Text zu lernen. «Besonders aufpassen müssen wir, dass die Dialoge nicht monoton werden», meint Schauspieler Peter Schaffner, der in der Komödie den Notar Dr. Harry Ross vorstellt.

Gruppe spielt ohne Regisseur

Speziell ist bei der Theatergruppe Brunegg, dass sie ohne Regisseur arbeitet. Während der Probearbeit können und sollen sich alle Mitwirkenden kritisch einbringen. «Jeder kann seine Anregungen jederzeit äussern. Wir probieren dann jeweils verschiedene Möglichkeiten des Auftritts aus und schauen, was funktioniert», sagt Nicole Spiess. Sie spielt im aktuellen Stück die Gilla Winterbottom.

«Miss Sophies Erbe» aus der Feder des deutschen Autors Andreas Wening wurde in der Schweiz erst zwei Mal aufgeführt. Ein Probebesuch in Brunegg zeigt: Hier darf sich das Publikum auf eine maliziöse Komödie mit viel Unterhaltungswert freuen. Das Theater-Ensemble versteht es, vor stilgerechter Kulisse eine stimmige, aristokratische Atmosphäre zu schaffen, in der sich die giftig-witzige Komödie bis zu ihrem makabren Finale zuspitzen kann.

Aufführungen «Miss Sophies Erbe» am 7., 9. und 10. Februar, jeweils um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle Brunegg. Platzreservationen am 25., 30. und 31. Januar unter Telefon 079 769 45 31.

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