Dürrenäsch

«Mir war klar, dass ich wieder kandidieren würde»: Ein nicht ganz so neuer Gemeinderat

Kurz vor seiner Wahl kam Thomas Sauder aus Rumänien zurück.

Kurz vor seiner Wahl kam Thomas Sauder aus Rumänien zurück.

Thomas Sauder (43, FDP) ist seit zwei Wochen Gemeinderat in Dürrenäsch. Zum zweiten Mal: Er war bereits von 2017 bis 2019 im Amt.

Zum Termin mit der AZ kommt Thomas Sauder direkt nach seiner Rückkehr aus Istanbul. Der 43-Jährige reist für seinen Arbeitgeber regelmässig, «mindestens zweimal im Monat», wie er sagt. Ein längerer Auslandsaufenthalt war es auch, der Sauder nach einem Jahr und acht Monaten 2019 zur Demission als Gemeinderat zwang.

Ende August dieses Jahres kehrte Familie Sauder nach einem Jahr aus Bukarest zurück, ab dem 1. September waren sie wieder in Dürrenäsch. Am 27. September wurde Sauder zum zweiten Mal für die FDP in den Gemeinderat gewählt. Sich wieder zur Wahl zu stellen, sei eine einfache Entscheidung gewesen, sagt Thomas Sauder: «Ich habe mich bei meiner ersten Wahl für vier Jahre verpflichtet. Für mich war klar, dass ich wieder kandidieren würde, falls nach meinem Auslandaufenthalt ein Sitz vakant wäre.»

Die Familie Sauder ist international. Vor zehn Jahren zog sie nach einem längeren Auslandsaufenthalt in das kleine Dorf und wurde mit offenen Armen empfangen. «Wir hatten keine Probleme uns zu integrieren und fanden schnell Freunde», sagt Thomas Sauder. Dieser freundliche Empfang sei für ihn ein Mitgrund gewesen, wieso er der Gemeinde etwas zurückgeben wollte, betont er. «Als ich dann von mehren Seiten angefragt wurde, entschied ich mich für eine Kandidatur.»

«Dürrenäsch ist sehr weit in der Digitalisierung»

So wurde der Niederlassungsleiter 2017 zum ersten Mal Gemeinderat. Obwohl Thomas Sauder viel reist, habe er immer gut von unterwegs arbeiten können, sagt er. «Dürrenäsch ist sehr weit in der Digitalisierung, so konnte ich meine Dossiers von überall online einsehen.» Und auch sonst findet er viele lobende Worte für seine Gemeinde. «Dürrenäsch ist zeitgleich weltoffen und sehr bodenständig. Durch Arbeitgeber wie die Bertschi AG hat es Menschen vieler Nationen, die hier arbeiten. Aber auch das Vereinsleben ist hier sehr stark.»

Sichere Strassen sind ihm ein Anliegen

Dass er sein Amt 2019 aufgeben musste, bedauerte Thomas Sauder sehr. «Mein Auslandsaufenthalt war nicht direkt vorhersehbar. Aber so musste ich einige Geschäfte, die ich gerne beendet hätte, ruhen lassen.» Dass er beim zweiten Mal mit einem so guten Resultat gewählt wurde, habe ihn sehr gefreut.

Ziele für die Legislatur hat Thomas Sauder noch nicht konkret definiert: «Ich habe bis jetzt an einer Sitzung teilgenommen, ich möchte mich zuerst wieder einarbeiten.» Ein Anliegen seien ihm aber unter anderem sichere Strassen. «Wir sind im Gemeinderat dabei, ein Verkehrskonzept auszuarbeiten», sagt er. Ob es bauliche Massnahmen oder vereinzelte respektive grossflächige Temporeduktionen brauchen werde, sei Teil der gegenwärtigen Abklärungen, erklärt Thomas Sauder.

Senkung des Steuerfusses zum Ziel

Zu viele Investitionen seien aber sowieso nicht möglich, sagt der 43-Jährige. «Wir haben mit der Sanierung des Schulhauses und der neuen Mehrzweckhalle grosse Investitionen, realistisch gesehen können wir in den nächsten vier bis fünf Jahren keine grossen Sprünge machen.» Ziel müsse sowieso ein anderes sein: Die Senkung des Steuerfusses, der in Dürrenäsch derzeit bei 105 Prozent liegt.

Sorgen, dass Thomas Sauder sein Amt aufgrund eines weiteren Auslandaufenthaltes wieder verlassen muss, sind unbegründet. «In näherer Zukunft sind keine längeren Aufenthalte im Ausland eingeplant», so der neue alte Gemeinderat.

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