Wildegg
Militärmuseum Wildegg nach jahrelanger Vorbereitung zugänglich

Am Anfang war der Lenzburger Peter Fischer. Mittlerweile hat er drei Kollegen gefunden, mit denen er alte Militärfahrzeuge sammelt, auf Vordermann bringt und im neuen Museum in Wildegg präsentiert.

Toni Widmer
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Ein kleiner Teil der umfangreichen Militärfahrzeugflotte, darüber der Alouette-III-Helikopter.

Ein kleiner Teil der umfangreichen Militärfahrzeugflotte, darüber der Alouette-III-Helikopter.

«Meine Familie muss mich nie suchen. Sie weiss, wo sie mich findet», schmunzelt Peter Fischer. Wenn der 57-jährige Lenzburger Bauunternehmer nicht zu Hause oder im Geschäft anzutreffen ist, dann widmet er sich meist seinen zahlreichen Militärfahrzeugen. Oft ist dann auch seine Familie dabei: «Wenn meine Frau und meine Kinder mich nicht immer unterstützt hätten, dann wären wir jetzt kaum da, wo wir jetzt sind», sagt Fischer.

Mit «wir» meint er auch seine Kollegen Bernhard Rohs aus Wohlenschwil, Urs Heller aus Gränichen und Ruedi Kull aus Möriken. Sie haben ihm beim Aufbau des Militärmuseums Wildegg (MMW) geholfen und zusammen bildet das Quartett auch die Mannschaft, die das Museum betreibt und weiterentwickelt. «Wir Vier sind alle total angefressen von alten Militärfahrzeugen, von ihrer Geschichte und von ihrer Technik», begründet Peter Fischer das grosse Engagement, das sie in die gemeinsame Sache investiert haben und weiter investieren wollen: «Wir dürfen unser Museum vorzeigen, aber wir sind noch lange nicht fertig.»

Schon als Kind fasziniert

Angefressen ist Fischer, seit er denken kann: «Schon als Bub bin ich jeweils fast ausgeflippt, wenn Panzer durchs Städtchen gefahren sind.» Als Rekrut lenkte er Lastwagen bei den Pontonieren, bald darauf kaufte er sich einen Militär-Jeep und erfüllte sich mit dem ersten Panzer einen weiteren Traum. Diesen Centurion bewegte Fischer in den 80er-Jahren um das damalige Aussenmagazin seiner Baufirma. Das grosse Areal am westlichen Dorfrand von Wildegg hat er inzwischen in seinen Privatbesitz überführt und nach und nach zum Museum ausgebaut.

Auf wie viele Fahrzeuge die Sammlung über die Jahre angewachsen ist, weiss Peter Fischer nicht auf Anhieb zu sagen: «Es sind etwa 100. Aber wenn Sie es genau wissen wollen, muss ich sie zuerst zählen», lacht er.» Dazu wäre allerdings kein Rundgang durch die 2750 m grosse Ausstellung nötig. Die Sammlung ist akribisch dokumentiert, von jedem Fahrzeug, jedem Anhänger, jedem Fahrrad und jeder Kanone gibt es ein ausführliches Datenblatt. Und auch von der Venom und dem Alouette-III-Helikopter, die über den Fahrzeugen hängen und bei denen das Fahrwerk per Fernsteuerung ausgefahren werden kann. Die mit viel Fachkenntnis und Liebe zum kleinsten Detail gestaltete Ausstellung vermittelt auf spannende Weise einen Querschnitt durch die Schweizer Armee von 1945 bis zum Jahr 2000.

Alle Fahrzeuge restauriert

Zu sehen sind Radfahrzeuge aller Kategorien ebenso wie verschiedene Panzer, Geschütze, Flugzeuge, Übermittlungs- und persönliches Ausrüstungsmaterial, eine komplette Feldküche und sogar eine fahrbare Bäckerei. Funktionstüchtig ist nicht bloss die beeindruckende Saurer-Flotte (vom legendären M4 bis zum 10 DM). Jedes Fahrzeug, jedes Gerät, jeder Ausrüstungsgegenstand wird vor der Präsentation fein säuberlich restauriert. «Das ist noch fast spannender als das Sammeln», sagt Peter Fischer.

Geöffnet sind das Museum und das schmucke Ausstellungsbeizli von April bis Oktober jeweils am ersten Samstag im Monat (das nächste Mal am 5. Mai) von 10 bis 16 Uhr. Das Militärmuseum Wildegg ist offiziell als solches anerkannt und Mitglied des Verbandes der Museen Schweiz.

Weitere Informationen: www.militaermuseumwildegg.ch