Es ist ein besonderer Geist, der das Metschgplatsch-Openair am Jugendfestsamstag umgeht. Man kann die Besucher beobachten, wie sie freudig winkend auf bekannte Gesichter zusteuern. Hände werden geschüttelt, Arme um Schultern gelegt - und immer wieder sieht man neugierige Augen. Möglich, dass man sich schon lange nicht mehr gesehen hat. Sicher, dass man sich viel zu erzählen hat.

Die Stimmung an den Metschgplatsch-Konzerten gleicht derjenigen auf einem Klassentreffen mit spannender Begleitmusik. Erlebnisse werden ausgetauscht und Erinnerungen aufgefrischt. Für die Lenzburger, von alt bis jung, ist das Metschgplatsch-Openair ein fester Bestandteil des Kulturkalenders.

Für jeden Besucher etwas dabei

Rund 50 Demoaufnahmen haben sich die sechs Organisatoren in diesem Jahr angehört, um erneut ein abwechslungsreiches Musikprogramm zusammenzustellen. «Die richtige Durchmischung an Musikstilen ist eines der Hauptkriterien, wenn wir uns für die Bands für das Metschgplatsch-Konzert entscheiden», sagt Mitorganisator Timo Häusermann. «Es soll für jeden Besucher etwas dabei haben.»

Und so gaben sich am Samstagabend auf zwei Bühnen beim Metzgplatz unter anderem die Rockband Stranded Heroes, der Songwriter Nino, die Funkband RundFunk und die Coverband KOP die Mikrofone in die Hand.

Um 23 Uhr wurde das Bier knapp

Zum festen Bestandteil des Konzertabends gehörten auch die stündlichen Auftritte des Ohnemeinensohnspielichkeinenton-Orchestras in einer kleinen Garage neben dem Metzgplatz. Sie sind ein Hochgenuss für alle Besucher mit Affinitäten für das wissenschaftliche Feld der Dekonstruktion. In leidenschaftlicher Zuneigung wurden Beatles-Melodien verzerrt und überraschend arrangiert. Wobei das Publikum nicht nur viel zu staunen, sondern auch viel zu lachen hatte. Dass dabei sogar ein Anruf von Yoko Ono entgegengenommen wurde, konnte dann eigentlich nicht mehr überraschen. Sie wurde kurzerhand gebeten, Erdbeeren einzukaufen.

Timo Häusermann zog zum Ende des Konzertabends ein durchweg positives Fazit. Probleme gab es keine. Nun ja, bereits um 23 Uhr neigte sich der Biervorrat dem Ende zu. In diesem Fall konnte man auf die gegenseitige Unterstützung zwischen den Lenzburger Wirten zählen. Das Restaurant s'Bärli an der Rathausgasse sorgte für den nötigen Nachschub.

«Wir durften in diesem Jahr sehr viele Besucher begrüssen», sagt Timo Häusermann, «und es herrschte eine gute und freudige Stimmung auf dem Metzgplatz.» Diesen Eindruck bestätigte auch Benno Ernst aus Aarau, der als Singer-Songwriter Nino auf der Bühne vor den Arkaden auftrat. Es habe eine schöne und intime Stimmung geherrscht und er habe einen «coolen Auftritt» erlebt.