Die Schwelle der Met-Bar bildete am Samstagabend das Tor zum Mittelalter: Man wähnte sich auf einem bunten Dorffest bei Robin Hood und Little John, trank Met aus Hörnern, trug reich geschmückte Roben in irdenen Farben und tanzte zu den Klängen der beiden Schweizer Bands Pan und Koenix, die sich der mittelalterlichen Musik und deren Originalinstrumenten verschrieben haben.

Verliebte Balladen mit Mundarttexten und wilde Tänze gingen Hand in Hand. Die temporeichen Rhythmen der Trommeln und beschwörenden Melodien der Sackpfeifen, Schalmei, Flöte und des Zupfinstruments Irish Bouzouki strahlten eine fast hypnotische Magie aus. Die Stimmung in der gut besuchten Bar war heiter und ausgelassen.

Rock, Metal und Mittelaltermusik

Jeden Samstag findet in der Met-Bar ein Konzert statt mit einer oder zwei Bands aus der Region, manchmal auch aus dem Ausland. Schwerpunkte der musikalischen Ausrichtung sind Rock, Metal und Mittelaltermusik. Jeweils freitags sind Bar-Abende ohne Live-Musik angesagt. Einmal im Monat kann sich im Rahmen eines «Open-Stage»-Abends auf der Bühne beweisen, wer bisher nur im stillen Kämmerchen musiziert hat. «Es treffen sich die verschiedensten Leute auf der Bühne und knüpfen Kontakte», berichtet Vorstandsmitglied Charles Franks, selbst ein Hobbymusiker.

«Eine dreitägige Tattoo-Show steht Anfang April auf dem Programm», kündigt der IT-Leiter an. Wer möchte, kann sich in diesen drei Tagen von Profis stechen lassen. Unter der Woche kann die Lokalität für maximal 150 Personen für Feste und Veranstaltungen gemietet werden.

Von Stammgästen zu Betreibern

Als der Vorbesitzer und Gründer Marcel Wagner Anfang des letzten Jahres den Betrieb aufgeben wollte, schlossen sich sechs Stammgäste der Bar zusammen und beschlossen, diese zu erhalten. Der gegründete Verein «Freunde der Met-Bar» übernahm das Lokal im Juni 2012. «Wir arbeiten alle ehrenamtlich und ziehen einige professionelle Teilzeitkräfte bei für den Betrieb der Bar», erklärt Kassier Franks. Deshalb können die Eintrittspreise sehr niedrig gehalten werden.

Die engagierten Bands erhalten keine fixe Gage, sondern die Gesamtsumme der Eintritte. «Auf diese Weise liegt es in ihrem eigenen Interesse, für das Konzert entsprechend zu werben», so Franks.

Marcel Wagner war Künstler und hat sich im Lokal mit eigenen Skulpturen und Bildern verewigt. «Diese werden natürlich erhalten bleiben. Wir wollen den Geist des Gründers weiter tragen, seine Offenheit und Toleranz gegenüber allen Menschen und Musikstilrichtungen».

Dringende Erneuerungen

Die Bar benötigt bauliche Veränderungen. «Die Wände müssen gestrichen und Sitzgelegenheiten erneuert werden. Auch die Ton- und Lichttechnik ist immer wieder ein Thema», berichtet Franks. Dies benötigt mehr Mittel, als die Non-Profit-Organisation aufbringen kann, weshalb Gönner gesucht werden.

Internet: www.metbar.ch.