Immobilienstrategie

Meisterschwanden packt heisse Eisen an – das grösste Konfliktpotenzial beinhaltet das Hüetli

Das Hüetli wurde 1862 gebaut. (Archivbild)

Das Hüetli wurde 1862 gebaut. (Archivbild)

Die neue Immobilienstrategie sieht etwa den Abbruch des Hüetli vor und den Einbau von günstigen Wohnungen im alten Gemeindehaus.

Nach dem Umzug der Gemeindeverwaltung in die Zentrumsüberbauung im Jahr 2014 und der Inbetriebnahme des neuen Werkhofes im Jahr 2018 stehen das alte Gemeindehaus und das Hüetli, eine ehemalige Strohhutfabrik, leer. Und ab dem Sommer 2023, wenn die Oberstufe (ohne Bezirksschule) in Fahrwangen konzentriert wird, braucht die ohnehin bald sanierungsbedürftige Schulanlage Eggen neue Inhalte. Der Gemeinderat hat all die Immobilienthemen in einer Gebäudestrategie zusammengefasst. Diese legt er Gemeindeversammlung vom Mittwoch, 26. August, zur Genehmigung vor. Ebenso zwei Planungs- und einen Rückbaukredit im Gesamtumfang von 655'000 Franken.

Kindergarten und Vereine in die Schulanlage Eggen

Am wichtigsten ist sicher die Frage der Schulanlage Eggen. Sie muss erstens bautechnisch und energetisch saniert werden. Zweitens will der Gemeinderat den Kindergarten Hinterdorf auf das Eggen-Areal verlegen. Und drittens soll dort ein Zentrum für Vereine entstehen, was 2025 dem alten Schulhaus Tennwil die Nutzung entzieht. Der Gemeinderat will die Tennwiler Liegenschaft verkaufen, spricht aber von einer grossen Herausforderung, weil die Parzelle klein ist und das sehr sanierungsbedürftige Gebäude erst noch unter Substanzschutz steht.

Einfacher dürfte es beim Kindergarten Hinterdorf werden: Hier steht eine Wohnüberbauung durch einen Dritten (nach Verkauf) oder die Gemeinde im Vordergrund. Die Parzelle ist in der Wohnzone W2. Die Gesamtplanung Eggen kostet 390000 Franken. Der Kredit soll am 26. August genehmigt werden.

Wie das Hüetli trotz ISOS-Schutz fallen soll

Das grösste Konfliktpotenzial beinhaltet das Hüetli. Das 1862 erstellte Gebäude ist in den Augen seiner Fans so etwas wie das Mutterhaus der Meisterschwander Strohindustrie. Es ist Teil des Bundesinventars der schützenswerten Ortsbilder (ISOS). Einen ersten Versuch, das Hüetli abzubrechen, hat der Gemeinderat nach Einsprachen gestoppt. Neue Studien haben ergeben, dass alleine die Ertüchtigung (ohne Umbauten für Neunutzung) 1,9 Millionen Franken kosten würde. Zu viel findet der Gemeinderat und beantragt einen Rückbaukredit von 190000 Franken. Zudem verspricht er, die BNO so anzupassen, dass statt des Hüetli nur ein Neubau mit der aktuellen Aussenform des Fabrikgebäudes erstellt werden darf.

Planungskredit für Umbau des alten Gemeindehauses

Das seit 2014 leer stehende alte Gemeindehaus soll umgenutzt werden. Weil es unter Substanzschutz steht und ein Käufer darum schwer zu finden sein wird, will die Gemeinde selber aktiv werden und «bezahlbaren Wohnraum» (mit kostendeckenden Mieten) schaffen.

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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