Meisterschwanden
Es begann mit einer Gartenkapelle: Kirchgemeinde Meisterschwanden Fahrwangen Seengen feiert 50-Jahr-Jubiläum

Von der Notkirche bis zur eigenen Pfarrei war es ein langer Weg. Ihr Jubiläum feiert die katholische Kirchgemeinde mit verschiedenen Anlässen.

Valérie Jost
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Von der Kapelle im privaten Garten in Fahrwangen (eingeweiht 1951) ...

Von der Kapelle im privaten Garten in Fahrwangen (eingeweiht 1951) ...

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Eine halbe Dekade ist es her, seit die Katholische Kirchgemeinde Meisterschwanden-Fahrwangen-Seengen «Bruder Klaus» gegründet wurde. Sie hat eine bewegte Geschichte hinter sich: So musste die Pfarrei auf ihre Autonomie lange warten.

Denn 1943 wurden die drei mehrheitlich reformierten Gemeinden wegen des Zuwachses an Katholiken der Katholischen Kirchgemeinde Sarmenstorf angegliedert. Doch das Bedürfnis nach einer eigenen Kirche wuchs: 1951 öffnete deshalb in einem privaten Garten in Fahrwangen eine Bruder-Klaus-Kapelle, benannt nach dem heiligen Niklaus von Flüe (1417-1487), wie es auf der Pfarreiwebsite heisst.

Doch auch hier leiteten die Sarmenstorfer Priester die Gottesdienste. Man wünschte sich einen eigenen Priester: So nahm Edwin Lengen das Amt 1957 als erster auf.

Kapelle verlegt, Kirche gebaut, Notkirche verlegt

Kaum gebaut, war die Kapelle für alle Gläubigen schon zu klein. Mit gesammelten Spenden kauften die Interessensvertreter des Römisch-katholischen Kultusvereins Land in Meisterschwanden, wo 1963 eine grössere Notkirche – dort, wo heute der Parkplatz der neuen Kirche liegt – ihre Tore öffnete. Auch in Seengen, wo bislang Gottesdienste behelfsmässig in einem Schulzimmer stattgefunden hatten, wurde ein Stück Land gekauft und die Kapelle von Fahrwangen nach Seengen verlegt.

... über die Notkirche in Meisterschwanden (eingeweiht 1963) ...

... über die Notkirche in Meisterschwanden (eingeweiht 1963) ...

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Die pfarreiliche Autonomie war der Glaubensgemeinschaft weiterhin wichtig. Am 8. Juni 1971 war es so weit: Der Grosse Rat hiess den Dekretsentwurf der Synode gut und beschloss die formelle Errichtung der Römisch-katholischen Kirchgemeinde Meisterschwanden Fahrwangen Seengen. Erster Pfarrer wurde Josef Unternährer, und nach einem Jahr Bauzeit wurde schliesslich auch die neue Bruder-Klaus-Kirche am 25. September 1977 eingeweiht. Die Notkirche kam ins Wallis, wo sie bis 2016 stand.

Von Hüpfburg bis Pilgerwanderung

Heute zählt die Pfarrei gut 2300 Katholikinnen und Katholiken. Unter dem Motto «Zäme unterwägs» feiert die Pfarrei das 50-Jahr-Jubiläum mit verschiedenen Anlässen. Die Eröffnungsgottesdienste finden am Samstag, 26. Juni, um 18:30 Uhr und am Sonntag, 27. Juni, um 10 Uhr statt. Im Anschluss läuft jeweils ein Film über den Bau der Kirche, ab dem 27. Juni ist im Untergeschoss zudem eine Fotoausstellung zu sehen.

... bis zur neuen Kirche in Meisterschwanden (eingeweiht 1977).

... bis zur neuen Kirche in Meisterschwanden (eingeweiht 1977).

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Zudem zeigt ein Erlebnisweg die Geschichte der Pfarrei und Kirche. Die elektronische Schnitzeljagd am Sonntag von 11 bis 14 Uhr lockt unter anderem mit Hüpfburg, Glücksrad, Kinderschminken, Slackline und Fotoshooting. Im Herbst findet ausserdem eine Wallfahrt ins Flüeli Ranft statt. Weitere Programmpunkte des Jubiläums sind etwa ein Spielnachmittag, ein Kinderkonzert oder ein Filmabend, ebenso wie ein von einer Dixie-Band begleiteter Schiffsgottesdienst auf dem Hallwilersee, der nächsten Sommer stattfinden wird.