Alterswohnungen
Mehr Wohnungen fürs Alter schaffen

Schafisheim Die Umzonung eines Landstücks im «Stapfe» soll den Bau von Alterswohnungen durch eine private Bauherrschaft ermöglichen.

Ruth Steiner
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Das Projekt wird nach dem Konzept von Oberkulm realisiert (Visualisierung). zVg

Das Projekt wird nach dem Konzept von Oberkulm realisiert (Visualisierung). zVg

zvg

In Schafisheim hat es heute 11 Alterswohnungen. Diese sind im Anbau des denkmalgeschützten Schlössli untergebracht. Das ist zu wenig, findet man in Schafisheim. Eine Ansicht, die «Schlössli»-Alterswohnungs-Vereinspräsident Markus Steimer teilt. «Das Bedürfnis für mehr Wohnungen ist sicher vorhanden», sagt er.

Ein Areal, das sich für den Bau von Alterswohnungen eignen würde, ist in der Gemeinde vorhanden, und zwar im Gebiet «Stapfe» und somit recht zentral gelegen.

Bauherr aus dem Wynental

Ein Investor ist ebenfalls da: Das Familien-Unternehmen Gebr. Faes AG in Oberkulm möchte zwei Einheiten mit total 30 Alterswohnungen erstellen. «Das Areal eignet sich gut für den Bau von Alterswohnungen. Es ist in einem ruhigen Quartier und doch nahe zum Dorfzentrum», sagt Karin Faes von der Geschäftsleitung der Faes AG.

Mit den Alterswohnungen «Sunnepark» hat das Bauunternehmen aus dem Wynental, das heute in zweiter Generation von Serge und Karin Faes geführt wird, bereits vor fünf Jahren ein ähnliches Projekt im eigenen Dorf realisiert. Und offenbar gute Erfahrungen gemacht. Dazu sagt Faes: «Das Konzept hat sich bewährt, die Wohnungen sind alle vermietet.» Analog dem Projekt in Oberkulm will das Familienunternehmen nun auch in Schafisheim zeitgemässe, funktionale, vor allem jedoch den Bedürfnissen älterer Menschen entsprechende Wohnungen bauen. Geplant sind zwei Baukörper mit 21⁄2- und 31⁄2-Zimmer-Miet-Wohnungen, laut Faes «mit moderaten Mieten. Keine Luxusresidenz, sondern bezahlbare Wohneinheiten.»

Rückzonung nötig

Ein wichtiges Detail zur Realisation des Projekts fehlt noch: Das vorgesehene Grundstück im «Stapfe» muss zuerst noch in die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (OeB) zurückgeführt werden. Gemeindeammann Dölf Egli erklärt, weshalb dieser Schritt notwendig ist: «Vor acht Jahren hat die Gemeindeversammlung mit einer Teiländerung des Bauzonenplans und der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) der Umzonung in eine Spezialzone Pferdehaltung zugestimmt. Damals ging es darum, auf dem Grund einen Pferdestall zu ermöglichen.» Nun will der Pferdestall-Besitzer die Tierhaltung aus Altersgründen aufgeben, weshalb das Areal wieder seinem ursprünglichen Zweck zugeführt wird. Der Antrag auf Rückzonung ist für die kommende Gemeindeversammlung am 25. November traktandiert.

Eintrag ins Grundbuch

Das Geschäft ist nicht frei von Auflagen: Das Überbaurecht muss im Grundbuch eingetragen werden. Grundsätzlich ist die öffentliche OeB-Zone für einen privaten Investor nämlich tabu. Es sei denn, es besteht wie in diesem Fall ein öffentliches Interesse. Um allfälligen Spekulationen von vornherein den Riegel zu schieben, wird das Interesse der Gemeinde mit einem öffentlich–rechtlichen Vertrag geschützt, in welchem eine Nutzungsbeschränkung und ein Zweckentfremdungsverbot als Last auf das Grundstück definiert werden. Die Gemeinde Schafisheim erhält im Grundbuch ein Vorkaufsrecht für die Alterswohnungen, sollte die Gebr. Faes AG diese irgendwann nicht mehr selber betreiben. Die Gemeinde müsste dann sicherstellen, dass die Wohnungen unter einem neuen Besitzer wieder ihrem Zweck entsprechend weitergeführt werden. Eine Umnutzung in Eigentumswohnungen ist nicht möglich. Auch steht für die Gemeinde ausser Frage, die Wohnungen im Notfall selber zu übernehmen, sagt Gemeindeammann Egli.

Das Areal, auf welchem die Alterswohnungen gebaut werden sollen, gehört zwei Privatpersonen. Mit ihnen wolle man nach der Umzonung konkrete Kaufverhandlungen führen, sagt Faes. Die Verkäufer haben bereits Verkaufsbereitschaft signalisiert.