Man hatte mit bis zu 40 Besuchern gerechnet; gekommen sind gut doppelt so viele. Das Interesse der Landwirte an konkreten Umsetzungsmöglichkeiten im Programm Landschaftsqualität (LQ) scheint riesengross.

LQ gibt es erst seit kurzem. Die Bauern sollen dabei für Anstrengungen zugunsten der Landschaftspflege und -vielfalt speziell entschädigt werden. Der Gemeindeverband Lebensraum Lenzburg Seetal, genauer die Projektgruppe Landschaft der Kerngruppe Regionalplanung unter Präsidentin Gabi Lauper, sorgte dafür, dass sein Gebiet zu den vier ersten Regionen im Kanton gehört, das LQ-Projekte ermöglicht.

Pionierbetrieb als Muster

Genaue Auflagen für zusätzliche Beiträge mühsam aus Merkblättern herausfiltern, ist nicht jeder-landwirts Sache. Deshalb folgten rund 80 Bauern, darunter viele jüngere Jahrgänge, der Einladung der IG Natur und Landwirtschaft zu einer Exkursion auf den Eichberg ob Seengen. Hier, auf einem Bio-Pionierbetrieb, ist man naturfördernden Neuerungen gegenüber sehr aufgeschlossen. «1959, als mein Grossvater mit Bio begann, gabs noch gar keine Label», so der heutige Betriebsleiter Daniel Mahler.

Nahezu folgerichtig gehörte der Eichberg-Hof auch zu den ersten LQ-Vertragsbetrieben. 16 statt der nötigen 7 Prozent der gesamten, 37 Hektaren umfassenden Fläche sind hier für ökologische Aufwertung reserviert. Der externe Berater Victor Condrau, der das LQ-Projekt der Region Lenzburg Seetal ausgearbeitet hat, und Mahler informierten an drei Posten über konkrete Massnahmen, die schon ergriffen wurden oder noch werden.

Hecken, Ackerschonstreifen, extensive Wiesen, Hochstammbäume geben LQ-Teilnehmern zusätzliche Beiträge. Hier im Massstab 1 zu 1 liess sich unter Berufskollegen besser vermitteln, was nicht nur der Allgemeinheit und der Natur, sondern auch dem eigenen Ertrag dient. Viele Massnahmen werden gleich doppelt unterstützt.

Daniel Mahlers Fazit: «Wir bekommen wegen der Globalisierung immer weniger fürs Produkt, dafür mehr für Ökologie und Landschaft. Letztendlich muss sich das Ganze aber rechnen; schliesslich haben wir alle eine Familie zu ernähren.»