Was fällt einem auswärtigen Besucher auf, der zum ersten Mal durch Dürrenäsch spaziert? «Das Dorf hat keine Kirche und keinen Bahnhof», erklärt der Aarauer Dominik Sauerländer. «Und eine lockere Siedlungsstruktur», fügt Stefan Schneiter aus dem zürcherischen Adliswil hinzu. Diesen ersten Besuch und ihre Eindrücke haben die beiden Autoren als Auftakt zu ihrer Dorfchronik verwendet.

Interesse an der Geschichte gross

Innerhalb nur eines Jahrs wurde die Chronik geschrieben. Im November 2012 sprach die Gemeindeversammlung den Kredit, am Freitagabend konnte bereits das fertige Buch vorgestellt werden. Das Interesse an der Vernissage, zu der speziell auch die Neuzuzüger eingeladen waren, war gross. Musikalisch umrahmte die Jugend-Big-Band Crazy Hoppers den Anlass.

Dominik Sauerländer und Stefan Schneiter sind als Historiker erfahrene Chronik-Verfasser. Ihnen standen das Gemeindearchiv, aber auch Material und Fotos der Kulturkommission zur Verfügung. Hinzu kamen die Erkenntnisse aus zahlreichen Gesprächen, welche die Arbeitsgruppe führte. Besonders aufschlussreich waren die Tagebücher von Daniel Stauffer, der Mitte des 19. Jahrhunderts gelebt hatte. Eines dieser Journale wurde im Gemeindearchiv gefunden, fünf weitere lagen bei einer Dürrenäscherin auf dem Estrich.

Hermann Graser hat zusammen mit den übrigen Mitgliedern der Arbeitsgruppe Dorfchronik viele Gespräche mit Einwohnern geführt. «Oft haben wir stundenlang diskutiert und die Leute konnten zu den Themenschwerpunkten interessante Details hinzufügen.» Die auf Video aufgezeichneten Gespräche werden zu einem späteren Zeitpunkt vollständig ausgewertet.

Für Gemeindeammann Hansjörg Hintermann ist die Dorfchronik der Höhepunkt seiner politischen Tätigkeit im Dorf. «Es ist wichtig, der Nachwelt etwas in Papierform zu erhalten, damit man sich auf die Wurzeln besinnen kann.» Finanziert wurde das Buch hauptsächlich durch ein Legat, für den Rest hatte die Gemeindeversammlung einen Kredit gesprochen.

Der erste Jugendtreff

Bekannt ist Dürrenäsch natürlich wegen des Flugzeugabsturzes. Aber auch das Auslandschweizer-Home ist einzigartig und machte das Dorf in der ganzen Welt bekannt. Ein Teil der Chronik ist der Dorfbevölkerung gewidmet. Sportler wie Ueli Bertschi oder die Gebrüder Aeschbach werden ebenso porträtiert wie der Schriftsteller Friedrich Walti oder der Tagebuchverfasser Daniel Stauffer. Einzigartig waren auch das Zingg-Trudi und ihr Dorfladen, der ein veritabler Jugendtreff war, bevor solche überhaupt eingerichtet wurden.