Staufen
Mega-Quartier in Staufen wächst: 100 neue Steuerzahler bis Ende Jahr

350 von 500 Wohnungen im neuen Quartier «Esterli-Flöösch» in Staufen sind bewilligt, im Bau oder bezugsbereit. Im Herbst ziehen die ersten Mieter ein. Ist alles gebaut, wird die Gemeinde 1000 zusätzliche Einwohner zählen.

Pascal Meier
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Blick auf das Staufen der Zukunft: Neue Mehrfamilienhäuser entstehen hinter der Stiftung für Behinderte (links unten), im Galgenacker (Mitte)sowie im Gebiet «Flöösch» (hinten rechts). Diverse weitere Überbauungen im West-Quartier sind bewilligt oder geplant.Pascal Meier

Blick auf das Staufen der Zukunft: Neue Mehrfamilienhäuser entstehen hinter der Stiftung für Behinderte (links unten), im Galgenacker (Mitte)sowie im Gebiet «Flöösch» (hinten rechts). Diverse weitere Überbauungen im West-Quartier sind bewilligt oder geplant.Pascal Meier

Pascal Meier

Der Neuzuzüger-Abend im nächsten November dürfte in Staufen den üblichen Rahmen sprengen. Denn die Bauarbeiten im neuen Mega-Quartier «Esterli-Flöösch» zwischen Staufberg, Fünflinden und Kiesgrube sind weit fortgeschritten. Die ersten vier Mehrfamilienhäuser mit 60 Wohnungen stehen bereit, im Herbst werden die Mieter einziehen – und sich bei Interesse Ende Jahr zum Neuzuzüger-Abend in die Turnhalle setzen.

Das ist jedoch erst der Anfang des Booms im 120 000 Quadratmeter grossen Wohn- und Gewerbegebiet westlich des Dorfes. Weitere zehn Mehrfamilienhäuser stehen derzeit im Rohbau, zwei im Aushub und für weitere zwei Projekte hat der Gemeinderat kürzlich grünes Licht gegeben. Damit sind derzeit 350 Wohnungen bewilligt, im Bau oder bereits fertig. Insgesamt sollen in den nächsten Jahren etwa 500 Wohnungen sowie Gewerberäume im Quartier entstehen. Der Gemeinderat rechnet mit rund 1000 neuen Einwohnern – die Bevölkerung Staufens wächst damit innert kurzer Zeit um einen Drittel. Kein Wunder, sprach Gemeindeammann Otto Moser vor zwei Jahren beim Spatenstich für die Quartier-Erschliessung von einem historischen Tag: «Heute stellen wir die Weichen für die Zukunft neu.»

Steuerfuss soll bei 80 % bleiben

Die 2012 neu gestellten Weichen werden sich schon dieses Jahr positiv auf die Gemeindekasse auswirken. Das Budget 2014 der Einwohnergemeinde rechnet mit zusätzlichen Einnahmen von rund hundert neuen Steuerzahlern aus dem Quartier. Auf diese ist Staufen angewiesen, damit der Steuerfuss von tiefen 80 Prozent gehalten werden kann. Denn 2013 fuhr Staufen bei einem Umsatz von 11,8 Millionen Franken einen Verlust von rund 540 000 Franken ein. Ein Grund dafür waren die Einkommens- und Vermögenssteuern: Diese lagen 311 000 Franken unter dem Budget. Dank den Neuzuzügern rechnet der Gemeinderat für 2014 mit einer ausgeglichenen Rechnung – trotz hoher Investitionen in öffentliche Bauten und höheren Sozialhilfekosten.

Der noch grössere Geldsegen dürfte dann 2015 einsetzen, wenn ein grosser Teil der Wohnungen im Mega-Quartier bezogen sind. «Wir hoffen, dank diesen Neuzuzügern den Steuerfuss langfristig halten zu können», so Otto Moser. Eine Bedingung dafür sei, dass sich im neuen Quartier gute Steuerzahler niederlassen.

Darauf deutet vieles hin. Der Blick in die Immobilieninserate zeigt: Viele Wohnungen haben einen guten Ausbaustandard und sind im mittleren bis oberen Segment angesiedelt. «Das ist ein Grundstein für ein starkes Quartier, das zur guten Entwicklung Staufens beiträgt», so Moser.

Erweiterung seit 50 Jahren geplant

Doch ist Staufen mit seiner Infrastruktur für 1000 neue Einwohner gerüstet? Ja, sagt der Ammann. «Schon unsere Vorgänger im Gemeinderat haben ihre Aufgaben gemacht.» Bereits vor 20 Jahren sei eine grosse Leitung vom Reservoir Staufberg in das künftige Quartier gebaut worden. «Die Dorf-Erweiterung in diese Richtung ist seit den 1960er-Jahren ein Thema.» Man habe deshalb in den vergangenen Jahrzehnten Vorarbeiten geleistet. So sei auch die Entwässerung des Quartiers Richtung ARA Langmatt vorgespurt.

Auch bezüglich Schulraum stehe Staufen gut da: Die jüngst umgebaute Schulanlage bietet auf längere Frist genug Platz für Kindergarten und Primarschule. Theoretisch können alle Klassen doppelt geführt werden. «Wir sind damit sehr gut aufgestellt für die Zukunft», so Otto Moser.