Möriken-Wildegg

Matthias Brunner aus dem luzernischen Seetal ist neuer Pächter des Rebguts auf der «Wildegg»

Winzer Matthias Brunner (vorne, auf dem Foto zusammen mit Rebmeister Roberto Somaini) bewirtschaftet neu das Rebgut der Schlossdomäne Wildegg.

Winzer Matthias Brunner (vorne, auf dem Foto zusammen mit Rebmeister Roberto Somaini) bewirtschaftet neu das Rebgut der Schlossdomäne Wildegg.

Der bisherige Weinbauer Philipp Fehlmann aus Möriken zieht sich zurück. Neuer Schlosswinzer wird Matthias Brunner aus Hitzkirch.

Für 2019 verspricht Museum Aargau ein genussvolles Jahr. Auf dem Programm stehen an sämtlichen Standorten Geschichten rund ums Essen in den vergangenen 2000 Jahren. Es wird gekocht, über Esstrends gesprochen und sich lukullischen Freuden hingegeben. Die Schlosssaison startet Ende März.

Was die Gaumenfreuden anbelangt, hat Schloss Wildegg einen speziellen Trumpf in der Hand. Schon seit mehr als 400 Jahren werden unterhalb der Schlossanlage auf einer Fläche von 1,2 Hektaren Reben bewirtschaftet und daraus Schlosswein gekeltert.

Das zur Schlossdomäne gehörende Rebgut ist verpachtet. Mit dem neuen Jahr steht ein Pächterwechsel an. Der bisherige Weinbauer Philipp Fehlmann aus Möriken zieht sich zurück. Neuer Schlosswinzer wird Matthias Brunner aus Hitzkirch. Bei der Stiftung Domäne Schloss Wildegg ist man glücklich über diese Lösung. «Wir haben jemanden gesucht, der die hohen Anforderungen an biologischen Rebbau erfüllt und den Wildegger Schlosswein zu einer begehrten Marke entwickeln kann», erklärt Thomas Pauli-Gabi, der beim Kanton für die Abteilung Kultur zuständig ist und im Stiftungsrat der Schlossdomäne Wildegg sitzt. Laut Pauli-Gabi haben sich die Verantwortlichen die Suche nach dem neuen Pächter für das Rebgut nicht einfach gemacht. «Der Stiftungsrat der Schlossdomäne hat eine Arbeitsgruppe beauftragt, unter den Bewerbern den geeignetsten Partner für die Pacht zu finden.» In der Evaluation reüssierte am Schluss der diplomierte Önologe Matthias Brunner. Der Inhaber der Brunner Weinmanufaktur in Hitzkirch hat die anspruchsvollen Auswahlkriterien am besten erfüllt: Der neue Pächter setzt auf eine artenreiche biologische Weingartenbewirtschaftung, die nebst dem biologisch bewirtschafteten Gutsbetrieb und der Zusammenarbeit mit ProSpecieRara auf Schloss Wildegg das Gesamtkonzept der Schlossdomäne Wildegg ideal ergänzt und abrundet.

Hinzu kommt, dass Brunners Weinmanufaktur schon seit Jahren mit dem Aargau verbunden ist. Der 42-jährige Önologe bewirtschaftet nämlich bereits die Rebberge der Schlösser Brunegg (seit 2016) und Trostburg (seit 2010). Auch für Brunner selber war dieser Umstand für die Bewerbung mitentscheidend, wie er sagt: «Die Freude sowie unser kulturelles Interesse für historische Gebäude und Güter wie auch die Nachbarschaft zu unserem Rebgut Schloss Brunegg hat uns dazu bewogen, uns für die Pacht des Rebguts Schloss Wildegg zu bewerben. Die Freude ist sehr gross und es ehrt uns, dass wir auserwählt worden sind.»

Swiss serviert Brunner-Wein

Der langjährige Pächter Philipp Fehlmann zieht sich zurück. Er will sich auf den Ausbau seines Landwirtschaftsbetriebs konzentrieren. Seit 2010 hat Philipp Fehlmann aus Möriken den Wildegger Rebberg bewirtschaftet. Neue Möglichkeiten im Familiengutsbetrieb hätten ihn veranlasst, die zeitintensive Arbeit in den Reben aufzugeben und den Pachtvertrag vorzeitig aufzulösen, heisst es bei der Stiftung.

Der Rebberg ist gemäss Thomas Pauli-Gabi ein Aushängeschild der Schlossdomäne. Die Stiftungsverantwortlichen legen Wert darauf, dass auf der «Wildegg» ein Wein produziert wird, der sich verkaufen lässt. «Ein Wein», so Pauli-Gabi, «der nicht zu teuer ist. Ein Wein, von dem die Leute gerne eine Flasche kaufen und nach dem Schlossbesuch als Souvenir mit nach Hause nehmen.» Es ist anzunehmen, dass nebst dem Preis auch der Inhalt stimmen dürfte: Brunners Weinmanufaktur wurde nämlich im letzten Jahr beim Luzerner Weinpreis in zwei Kategorien als «bester Weisswein Cuvée» und «bester Rotwein» prämiert. Hinzu kommt, dass die Fluggesellschaft Swiss seit kurzem auf ihren Flügen Brunner-Weine ausschenkt.

In den nächsten sieben Jahren muss die gesamte Rebanlage sukzessive erneuert werden. Laut Stiftungsrat Pauli-Gabi verfügt der neue Pächter über die finanziellen Mittel, um dieses Vorhaben stemmen zu können. Bereits in naher Zukunft soll der Rebberg den Besuchern von Schloss Wildegg zugänglich gemacht werden. Es ist geplant, in Zusammenarbeit mit Museum Aargau im Rebgut einen speziellen Informationsweg zu errichten. An verschiedenen Stationen wird dort Interessantes über den historischen und heutigen Rebbau zu erfahren sein.

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