Warum haben Sie nicht verhindert, dass Lenzburg in den letzten Jahren so sprunghaft gewachsen ist?

In Lenzburg wird nach der gültigen BNO von 1997 gebaut, und das entspricht demzufolge der aktuellen Rechtsgrundlage. Wir können den Lauf der Zeit nicht aufhalten, müssen aber mit strengen Richtlinien dafür sorgen, dass nicht einfach alles gebaut werden kann. Die meisten Baufelder werden von privaten Investoren bebaut, was den Einfluss der Stadt massiv einschränkt. Was wir als Stadt beeinflussen können, ist dafür zu sorgen, dass der Qualitätsanspruch nicht nur für die Bauten, sondern auch für das Umfeld, also Frei- und Grünflächen, zählt.

Fühlen Sie sich von den SBB und vom Bundesamt für Verkehr im Stich gelassen, was die Sanierung des Bahnhofs anbetrifft?

Ich fühle mich nicht ernst genommen, wenn die SBB Probleme vor sich herschieben und dabei immer nur so viel zugestehen, wie unbedingt nötig ist. Obwohl allen bewusst ist, dass, was heute geplant und umgesetzt wird, bereits in 15 bis 30 Jahren als überholt gilt. So kann die Zukunft nicht geplant werden. Es braucht mutige Schritte.

Auf welche Einkommenshöhe würden Sie die familienergänzende Kinderbetreuung künftig beschränken?

Ich denke, dass eine Obergrenze von maximal 100 000 Franken anzustreben ist mit einem Abstufungssystem. Das ist aber nicht der entscheidende Faktor, sondern ganz wichtig ist, wie hoch setzt man den Sockelbeitrag an, welchen die Familien selber bezahlen müssen.

Wenn Sie einfach so könnten: Wo würden Sie im städtischen Haushalt eine Million Franken sparen?

Nach harten Diskussionen ist das Budget 2018 erstellt worden und dabei musste auf sehr viel verzichtet werden. Für mich ist klar, dass wir etwas falsch gemacht haben, wenn wir jetzt noch eine Million einsparen können. Es wäre ein falsches Wahlversprechen, welches so nicht eingehalten werden kann. Zudem entscheidet und debattiert der Einwohnerrat noch über das Budget und hat so die Möglichkeit, Kürzungen zu beantragen.

Was nervt Sie in der Stadt am meisten?

Wenn man sich gegenseitig blockiert und so ein effizientes Vorwärtsgehen erschwert.

Wären Sie traurig, wenn Sie nicht wiedergewählt würden?

Sicher wäre ich nicht glücklich und ich müsste mich fragen, was ich falsch gemacht habe. Aber das Leben geht weiter und ich glaube, dass es nicht an Ideen mangeln würde. (uhg)

Die AZ stellt den drei bisherigen Lenzburger Stadtratskandidaten die jeweils gleichen sechs Fragen.