Es diente als Erkennungszeichen und demonstrierte den Machtanspruch: das Berner Wappen. «Die Landvögte von Lenzburg sparten beim Unterhalt der Burg überall, ausser am Wappen», erklärte Eva Grädel, Leiterin des Freiwilligenprogramms beim Museum Aargau. Mit selbst hergestellten Farben nach Rezepten aus dem Mittelalter pinselte sie den Berner Bären auf das Holz.

Auf der Suche nach Quellen hatte sich das Museum am Spätmittelalter des 14. und 15. Jahrhunderts orientiert. Die Eierschalen auf dem Tisch der Malerin musterten aber nicht fremde Herrscher, sondern neugierige Kinderaugen. «Ist die gelbe Farbe mit Ei gemacht?» Grädel nickte und erklärte die Zusammensetzung der Farben. Leicht ätzend sei die weisse. Sie bestehe aus Sumpfkalk und Quark. Die Mischung aus Ei, Öl und Wasser ergebe eine gelbe Paste. Und das schwarz werde mit verkohlten Pflanzenresten gemischt.

Wer am Wochenende den Weg zum Schloss unter die Füsse nahm, spazierte an unzähligen Marktständen vorbei. Holzschmuck, Glasperlen, Töpferwaren – die Auswahl war gross.

Viele Angebote für Kinder

Vieles gab es zu bestaunen: historisches Handwerk, Musik und Tanz, Gaukler, mittelalterliche Küche und Falknerei. Zudem konnte man selber Korn dreschen, Seifenkugeln formen, Ponys Reiten oder sich im Schwertkampf messen: Speziell für Kinder gab es viele Angebote, die sie «Geschichte am Schauplatz» erleben liessen.

Mit dem Anlass und den Besucherzahlen sei sie sehr zufrieden, sagte die Kuratorin Martina Huggel. Rund 9000 Besucher fanden zwischen Freitag und Sonntag den Weg auf die Lenzburg.