Outdoor-Marke
Mammut-Chef kündigt an: Produktion soll nach Seon zurückkehren

Gute Neuigkeiten für Seon: In einem Interview sagt Mammut-CEO Oliver Pabst, er wolle künftig wieder am Hauptsitz in der Schweiz produzieren lassen.

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Am Hauptsitz von Mammut in Seon soll gemäss CEO Pabst die Produktion wieder einziehen.

Am Hauptsitz von Mammut in Seon soll gemäss CEO Pabst die Produktion wieder einziehen.

az

Der Schweizer Sport- und Outdoor-Ausrüster will zurück zu seinen Wurzeln finden. An seinem Hauptsitz in Seon beschäftigt das Unternehmen etwa die Hälfte seiner 718 Angestellten. Letztes Jahr ist dort die Seilproduktion eingestellt worden. Die Arbeit wanderte nach Tschechien aus. Nun kündigt Mammut-CEO Oliver Pabst in einem Interview mit dem "Sonntagsblick" an: "Wir wollen wieder an unserem Standort in Seon produzieren."

Was in Seon gefertigt werden soll, sagt Pabst noch nicht. Es sei zu früh, um öffentlich darüber zu reden. Er spricht jedoch die Digitalisierung an, von der er "ein grosser Fan" sei. In diesem Zusammenhang verweist er auf eine neue Schuhfabrik in Deutschland: "Wer hätte gedacht, dass man im deutschen Ansbach eine neue Schuhfabrik baut, wo die Sohlen aus dem 3-D-Drucker kommen."

Die Produktion von Mammut wurde ausgelagert ins Ausland. In den Fabrikhallen der Mammut AG in Seon wurde 2016 das letzte Seil an das Museum Burghalde in Lenzburg übergeben. Von links nach rechts: Rolf Schmid, noch CEO Mammut AG; Christine von Arx, Leiterin Museum Burghalde; Daniel Mosimann, Stadtammann Lenzburg und Heinz Buerki, Gemeindeammann Seon.
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Hier produziert Mammut das letzte Seil im Aargau - die Produktion wird ausgelagert
Rolf Schmid, noch CEO von Mammut AG, übergibt Christine von Arx, Leiterin Museum Burghalde Lenzburg das letzte Seil.

Die Produktion von Mammut wurde ausgelagert ins Ausland. In den Fabrikhallen der Mammut AG in Seon wurde 2016 das letzte Seil an das Museum Burghalde in Lenzburg übergeben. Von links nach rechts: Rolf Schmid, noch CEO Mammut AG; Christine von Arx, Leiterin Museum Burghalde; Daniel Mosimann, Stadtammann Lenzburg und Heinz Buerki, Gemeindeammann Seon.

Mario Heller

Laut Pabst investiert Mammut viel in die Digitalisierung – nicht zuletzt, weil man den Einstieg ins Onlinegeschäft verschlafen hatte. Erst seit 2016 hat Mammut einen Onlineshop. "Stimmt, wir sind erst spät eingestiegen", räumt Pabst ein. Nun hat er aber grosse Pläne: Man wolle nicht nur den Rückstand wettmachen, sondern sogar zum Leader in der Industrie werden. Über den Online-Umsatz will er hingegen nicht sprechen, der sei zu klein.

Aus Seon zog letztes Jahr auch die für den asiatischen Markt zuständige Gruppe aus, die nun in Hongkong arbeitet. Bereits an der Bilanzmedienkonferenz im März dieses Jahres kündigte Michael Willome, CEO des Mammut-Besitzerkonzerns Conzzeta, aber an, in Seon würden wieder Jobs geschaffen. Er nannte die Produktentwicklung, das Design und den neuen Laden, der die Seilerei ersetzt.