Sportartikel-Hersteller

Mammut-Besitzer schaffen neue Jobs im Aargau

Archiv

Hauptsitz von Mammut in Seon AG.

Archiv

Die Besitzer der Outdoor-Marke rechnen mit einem weiteren schwierigen Jahr, schaffen aber neue Jobs am Standort Seon.

Das Geschäftsjahr 2016 von Mammut war weniger schlecht als das Vorjahr, aber immer noch nicht gut. Dank – für einmal – positiven Währungseffekten sank der Umsatz nicht um 2,9, sondern nur um 0,8 Prozent. Auf 233,4 Millionen Franken. Das Betriebsergebnis erreichte 1,2 Millionen Franken (Vorjahr 0,1 Millionen). Aus Sicht der Mammut-Besitzer, des börsenkotierten Mischkonzerns Conzzeta, sind diese Zahlen unbefriedigend. Aber der Trend scheint zu stimmen. Und das vor einem Jahr gestartete, auf fünf Jahre ausgelegte Strategieprogramm wird weitergeführt. 2017 sollen wie schon 2016 etwa 4,5 Millionen Franken in die Revitalisierung investiert werden.

350 Angestellte in Seon

Davon profitiert der Standort Seon, wo etwa die Hälfte der 718 Mammut-Beschäftigten tätig sind. Letztes Jahr ist in Seon die Seilproduktion eingestellt worden. Gegangen ist auch die für den asiatischen Markt zuständige Gruppe: Mammut betreibt neu in Hongkong ein Büro mit acht Angestellten. Jetzt würden aber in Seon wieder Jobs geschaffen, erklärte gestern Conzzeta-CEO Michael Willome. Zum Beispiel in der Produktentwicklung und im Design. Aber auch in einem neuen Laden: In der ehemaligen Seilerei wird ein Mammut-Store mit angegliedertem Outlet eingerichtet. Das bisherige Outlet wird geschlossen.

Seit dem 1. September ist der Deutsche Oliver Pabst neuer Chef der Bergsportmarke (als Nachfolger von Rolf Schmid). Pabst war gestern an der Jahresmedienkonferenz von Conzzeta in Zürich nicht mit dabei. Er erhielt aus der Ferne Blumen: «Das neue Team bringt neue Impulse», erklärte CEO Willome. «Ich bin zuversichtlich, wenn ich die Aktivitäten sehe, die aus Seon herauskommen.» Bei Mammut gehe es um eine schrittweise Verbesserung. «Ich würde da keine Wunder erwarten», meinte Willome und erklärte 2017 zu einem weiteren Übergangsjahr, in dem auch gewisse Umsatzverluste bewusst in Kauf genommen würden. Aber: Das Marktumfeld für den Produzenten von Outdoor-Bekleidungen und -Ausrüstungen scheint so schlecht nicht zu sein. Die Aufträge für die Sommersaison liegen leicht über dem Vorjahr.

«Mammut bleibt eine Premium-Marke», betont Willome. Angestrebt werde ein moderneres, kundenfreundlicheres Design. Das bei einer um 20 Prozent kleineren Kollektion. Das Lawinenverschüttetensuchgerät Barryvox ist bereits modernisiert, die seit über 20 Jahren etablierte Flaggschiff-Kollektion «Eiger Extrem» wird am 31. August neu aufgelegt und die auf urbanere Freizeitbedürfnisse ausgelegte Kollektion «Mammut inspired by Engadin» neu lanciert.

Die Conzzeta-Gruppe steigerte letztes Jahr ihren Umsatz auf 1,2 Milliarden Franken und den Gewinn auf 64 Millionen Franken. Sie ist sehr solide finanziert (Eigenkapitalquote 75 Prozent) und hat 520 Millionen Franken flüssige Mittel und Wertschriften. Das Unternehmen wird von der Aktionärsgruppe Auer, Schmidheiny und Spoerry kontrolliert.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1