Lenzburg
Lys Assia über Lenzburg: «Wie im Schlaraffenland»

Sängerin Lys Assia wird heute 88. Die Rupperswilerin hat schöne Kindheitserinnerungen. An ihren Geburtsort Rupperswil erinnert sich Lys Assia nur schwach. Umso mehr schwärmt sie von ihren langen Sommerferien in Lenzburg.

Barbara Vogt
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Die Fotografin traf Lys Assia gestern bei strahlendem Wetter in Erlenbach. Dackeldame Cindy (l.) und Chihuahua-Baby Alijah sind dabei.

Die Fotografin traf Lys Assia gestern bei strahlendem Wetter in Erlenbach. Dackeldame Cindy (l.) und Chihuahua-Baby Alijah sind dabei.

Annika Bütschi

In ihrer Stimme schwingt Melancholie mit, wenn Lys Assia ihr Lied «Für immer» singt. Traurig wirkt sie auch, wenn sie aus ihrem Leben erzählt. «Ich wünsche mir einen Partner an meiner Seite, der zu mir hält, an dessen Schultern ich mich lehnen kann. Bei dem ich mich selbst sein kann.»

Die bekannte Chansonsängerin feiert heute ihren 88. Geburtstag. Für die az Aargauer Zeitung wär dies ein Grund gewesen, sich mit der Künstlerin auf Spurensuche in den Westaargau zu begeben: Ihre ersten Jahre verbrachte Lys Assia mit Mädchenname Rosa Mina in Rupperswil, unzählige unbeschwerte Ferientage bei ihrer Tante Emma in Lenzburg. Bei einem gemeinsamen Streifzug durch die Altstadtgassen hätte sich die az-Reporterin gewünscht, dass Lys Assia aus voller Kehle «Oh mein Papa» singt. Doch wurde sie enttäuscht: Nach vielen Telefonaten sagte die Sängerin schliesslich ab. Zu beschäftigt, zu viele Termine. Starallüren eben.

Dafür hat die alte Dame Charme, Witz, sprühende Lebendigkeit. «Zu meinem Geburtstag hab ich viele Wünsche. Ich möchte wieder Golf spielen können, einen Hit landen, im Rampenlicht stehen.»

Sommerferien in Lenzburg

An ihren Geburtsort Rupperswil erinnert sich Lys Assia nur schwach. Umso mehr schwärmt sie von ihren langen Sommerferien in Lenzburg. «Wie im Schlaraffenland. Meine Tante hatte keine Kinder. Sie verwöhnte und verhätschelte mich.» Sie bekam dick beschmierte Butterbrote, spielte im Gärtli, ging baden. Sie hatte auch eine Freundin in Lenzburg: die Tochter des Gefängnisdirektors. «Ich bekam viel mit, was im Gefängnis passierte.»

Schloss Lenzburg hat sie heute noch vor Augen. Das sei so schicksalträchtig da oben. Wie ihr Leben. Als sie ein Kind war, starb ihre Schwester. Ihr zweiter Ehemann, der dänische Hotelkettenbesitzer Oskar Pedersen, starb ebenfalls. Beim Autounfall wurde Lys Assia schwer verletzt. 2005 wurde sie in ihrem Heim in Frankreich brutal überfallen und ihr geliebter Dackel kam dabei ums Leben. Sie kehrte in die Schweiz zurück.

Mit Lys Assia jemals durch die Altstadt Lenzburgs zu bummeln, bleibt Illusion. Viel lieber behält sie diese unbeschwerten Jugendjahre in ihrem Herzen. Und bald geht die Weltgewandte wieder auf Reisen. In Hamburg habe sie eine Show, in Lübeck übergebe sie in ihrem ehemaligen Hotel ein Ölgemälde. «Natürlich bin ich eine Diva.» Daran wird sich auch in ihrem neuen Lebensjahr nichts ändern. «Happy Birthday, Lys Assia.»

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