Lenzburg
Loren, Kelly, Bardot und Co. in AKB-Bankräumen zu sehen

In den Räumen der Aargauischen Kantonalbank sind Fotos von Berühmtheiten der 50er-Jahre ausgestellt. Archivar Wolfgang Frei freut sich.

Fritz Thut
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Archivar Wolfgang Frei zwischen Glamour-Fotos seines Onkels Edward Quinn in der Lenzburger Filiale der Aargauischen Kantonalbank.tf

Archivar Wolfgang Frei zwischen Glamour-Fotos seines Onkels Edward Quinn in der Lenzburger Filiale der Aargauischen Kantonalbank.tf

Unter dem Titel «Glamour – Die Goldenen 50er an der Côte d’Azur» sind in nächster Zeit in Schalter- und Büroräumen der Kantonalbank-Filiale am Lenzburger Freischarenplatz Fotos zu sehen, die einen Blick auf Prominente aller Couleur des letzten Jahrhunderts erlauben.

Ausgestellt werden grossformatige Abzüge von Edward Quinn (1920 bis 1997), der das gesellschaftliche und kulturelle Leben an der Riviera mit der Kamera festhielt.

«Besonderer Ort, besondere Zeit»

An der Vernissage zugegen war Wolfgang Frei, der als Neffe von Quinn dessen Archiv von rund 150 000 Negativen betreut, verwaltet und vermarktet.

«Es war ein besonderer Ort und eine besondere Zeit, die mein Onkel fotografisch abdeckte», schilderte er die damaligen Umstände. Die Mittelmeeruferpartie zwischen Monte Carlo und Cannes war zur Mitte des letzten Jahrhunderts beliebter Treffpunkt der weltweiten Schickeria.

Zu einer Zeit, «als Monaco noch frei von Hochhäusern und Steuerflüchtlingen war», waren die Prominenten aus Adel, Wirtschaft, Kunst und Showbusiness noch nahbarer als heute und Quinn als Fotograf konnte mit den Abgelichteten teilweise noch eine Beziehung aufbauen und musste ihnen nicht in Verstecken auflauern, wie die Paparazzi heute.

Archiv-Verwalter Frei unterhielt die Vernissage-Gesellschaft mit etwelchen Anekdoten aus dieser Zeit, die er durch den engen Kontakt mit Quinn erfahren hatte.

Als kleiner Bub war er oft zu Besuch bei seinem Onkel und «schlief damals neben Sophia Loren, Brigitte Bardot oder Grace Kelly – wenigstens neben den Negativen und Abzügen dieser berühmten Frauen», denn das Gästezimmer war gleichzeitig Archivraum.

Vom Jazzmusiker zum Fotografen

Edward Quinn, ein Ire, der eine Schweizerin heiratete, muss eine interessante Persönlichkeit gewesen sein. Er war Jazzmusiker, wurde im Weltkrieg zum Flugzeugnavigator, ehe er sich autodidaktisch das Fotografieren beibrachte.

Er entwickelte hierin eine solche Kunst, dass er beispielsweise von «Paris Match» damit beauftragt, wurde das erste Treffen von Grace Kelly und Fürst Rainier festzuhalten. Wolfgang Frei wusste von diesem Auftrag noch, dass sein Onkel mit seinem Auto auf den Grimaldi-Studebaker auffuhr.

Solche Storys, solche Bilder wecken Emotionen. Solche Gefühle wolle man mit der «Kunst in der Bank» wecken, hielt Niederlassungsleiter Georg Metger zur Begrüssung fest.

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