Lenzburg

Linda Kleiner: «In zwei Jahren wird es sorichtig ernst»

Linda Kleiner sinniert auf einer Bank unterhalb von Schloss Lenzburg über das Leben. Annika Bütschi

Linda Kleiner sinniert auf einer Bank unterhalb von Schloss Lenzburg über das Leben. Annika Bütschi

Wegen einer Wette sitzt Linda Kleiner im Einwohnerrat. Um was es damals ging, weiss die 28-jährige Politikerin heute auch nicht mehr genau. Als Vizepräsidentin des Einwohnerrates will Linda Kleiner (SP) viel lernen.

Auf alle Fälle kandidierte Linda Kleiner 2006 und wurde auf Anhieb als zweitjüngstes Ratsmitglied gewählt.

Dies lag daran, dass Linda Kleiner in Lenzburg verankert ist und viele Leute, insbesondere Junge kennt. «Ich könnte mir keinen anderen Wohnort vorstellen», sagt sie. Die Unterlagen für die Einbürgerung in die Ortsbürgergemeinde muss sie nur noch ausfüllen.

Das Städtchen habe einen eigenen Charme, findet Linda Kleiner. Oft schlendert sie durch die Gassen, kehrt in einem der Restaurants ein, setzt sich zu einem Schwatz mit Freunden hin. Am liebsten aber spaziert sie durch die Wälder oder Richtung Schloss. Da lässt sie sich mit einem Buch auf einer Bank nieder.

Als Lenzburgerin ist ihr das Jugendfest natürlich heilig: «Ich kämpfe im Freischarenmanöver mit, auch wenn dies der SP-Linie überhaupt nicht entspricht», sagt sie und lacht. Für die SP respektive die Politik interessierte sie sich bereits als Mädchen. «Frühmorgens las ich die Zeitung, um mich über das politische Geschehen zu informieren.»

Spontan und aufgeschlossen

Noch nie hatte der Einwohnerrat eine solch junge Vizepräsidentin wie Linda Kleiner es ist. Obwohl sie ihrem Amt noch keine so grosse Bedeutung zumisst. Die grösste Veränderung sei, dass sie nicht mehr bei ihren Parteikollegen, sondern auf der Empore sitze. Richtig ernst wird es in zwei Jahren, wenn sie das Amt des Präsidenten Roger Strozzega (az 24.3.) übernimmt. «Ich nütze diese Zeit und profitiere von seinem Wissen», so die SP-Vertreterin. Aber jeder Präsident habe seinen eigenen Führungsstil. Die Rolle der Vorsitzenden entspricht Linda Kleiner: Als Leiterin der Abteilung Vertragsmanagement in einem Grossunternehmen kann sie führen und verhandeln.

Im Einwohnerrat kennt man die junge SP-Politikerin als zurückhaltend und ruhig. «Ich sage erst etwas, wenn es wichtig ist. Auch überlege ich, bevor ich spreche.» Doch sei sie spontan und aufgeschlossen gegenüber anderen Menschen und Meinungen.

Soziale Themen im Vormarsch

Ihr gefällt es, dass die SP mit vielen jungen Menschen im Einwohnerrat vertreten ist. Dieser frische Wind tue Lenzburg gut. Damit meint sie, dass mehr sozial-spezifische Themen zur Sprache kommen als auch schon. Die Stadt entwickelt sich und wächst stetig, dafür brauche es Angebote wie Schulsozialarbeit, Familientreff oder Randstundenbetreuung.

Und einen Jugendtreff wie das Tommasini. Mit der Jugendarbeit in Lenzburg ist Linda Kleiner bestens vertraut: Als sie 15 Jahre alt war, sass sie auf der Tribüne im Einwohnerrat und erlebte, wie die Mitglieder der Einführung der Jugendarbeit zustimmten.

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