Rücktritt
Leutwiler Vizeammann Rudolf Hirt tritt per sofort ab: «Ich habe versucht Gegensteuer zu geben»

Die Gemeinde Leutwil bleibt in den Schlagzeilen: Wenige Tage vor Weihnachten erklärt Vizeammann Rudolf Hirt seinen sofortigen Rücktritt aus dem Gemeinderat. Er geht nicht wie im November angekündigt per 31. März 2019.

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Rudolf Hirt

Rudolf Hirt

Fritz Thut

Die Gemeindeabteilung des Kantons habe dem Gesuch stattgegeben, erklärt Hirt auf Anfrage. Als Grund für seine Demission hatte er ursprünglich geltend gemacht, dass «die Zusammenarbeit im Gemeinderat seit einigen Monaten nicht mehr funktioniert». Die Situation sei belastend und gehe an die Substanz. Hirt bestätigt diese Aussagen heute und ergänzt: «Ich habe versucht Gegensteuer zu geben, es blieb ohne Wirkung.»

Im Gemeinderat Leutwil kommt es zu drei Vakanzen. Nebst Hirt haben im November auch die zwei Gemeinderäte Thomas Fehlmann und Simone Eggler ihren Rücktritt erklärt. Die Neuwahlen sind auf den 10. Februar 2019 festgelegt. Die Gemeindekanzlei nimmt bis am 28. Dezember Kandidaturen für einen Sitz im 5-köpfigen Gemeinderat entgegen.

Was macht die Kanzlerin?

Unruhe herrscht nicht nur im Gemeinderat der rund 760-Seelen-Gemeinde: Auch auf der Verwaltung haben sich Wechsel angekündigt. An der Gemeindeversammlung im November wurde bekannt, dass drei Angestellte der Gemeindeverwaltung mündlich ihren Austritt per Mitte 2019 angekündigt haben. Eine von ihnen ist Gemeindeschreiberin Susanne Rölli. Sie ist seit zehn Jahren Kanzlerin in Leutwil. Noch ist unklar, ob Rölli der mündlichen Ankündigung tatsächlich Taten folgen lässt, bisher sei keine schriftliche Kündigung erfolgt, sagt Gemeindeammann Monika Müller. Hingegen hat die Leiterin Finanzen, Susanne Richner, die mündliche Kündigung in der Zwischenzeit schriftlich bestätigt. Richner ist seit 15 Jahren auf der Gemeindeverwaltung tätig.

Die Situation in Leutwil ist momentan sehr schwierig. Und zwar so sehr, dass sich die Gemeindeabteilung des Kantons bereits vor Wochen eingeschaltet hat.

Zu allem Kummer hinzu kommt, dass Leutwil noch über kein definitives Budget 2019 verfügt. Der Souverän hatte an der Wintergmeind am 23. November das Budget mit einer Erhöhung des Steuerfusses um 4 auf 121 Prozent zurückgewiesen. (str)