Seon
Letzter Halt: Untergrund

Ihre Rollen für das Bühnenstück durften die Schüler des Schultheaters Seon selbst gestalten. «way out» spielt in einer U-Bahnstation.

Markus Christen
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Ausgestossen von der Gesellschaft versuchen die Protagonisten des Theaterstückes «way out» im Londoner Untergrund eine Gemeinschaft aufzubauen.

Ausgestossen von der Gesellschaft versuchen die Protagonisten des Theaterstückes «way out» im Londoner Untergrund eine Gemeinschaft aufzubauen.

Im Leiden vereint sind die Protagonisten des Theaterstücks «way out». Von der Gesellschaft zu Sonderlingen gestempelt, finden sie nirgends ein Zuhause. Als Ausgestossene spült es sie durch schmutzige und dunkle Kanäle und Tunnels in ein gemeinsames Auffangbecken, eine stillgelegte Londoner U-Bahnstation.

Das Schultheater Seon nimmt sich in seiner 12. Saison sozialen Randfiguren an und schildert die Bemühungen, aus lauter Individualisten eine Untergrundgemeinschaft zu bilden. «Ich habe das Stück bereits einmal inszeniert, allerdings mit jüngeren Schülern», erklärt Theaterleiter Manfred Stenz bei einer der letzten Proben vor der Premiere, die morgen in der Halle 5 beim Gemeindehaus in Seon stattfindet.

Figuren mit Knacks

Für die neuerliche Auflage wurde deshalb nur die Grundgeschichte beibehalten. Die Schüler durften ihre zu spielenden Figuren mit den auffälligen Charakteren während der Theaterproben selbst entwerfen. Und das hat ihnen, so viel verrät bereits der Probenbesuch, viel Spass gemacht. Alle Bühnenfiguren haben einen kleineren bis grösseren Knacks, doch alle sind sie äusserst liebenswürdig.

Auch für den Theaterlehrer war diese Weise der Ausarbeitung eines Theaterstückes eine besondere Erfahrung. «Es war erstaunlich, wie viele Inputs für das Texteschreiben ich erhalten habe durch die Improvisationen, mit denen die Schüler sich ihren Figuren angenähert haben», sagt Stenz.

Vorurteile sind haltlos

Die sechzehnjährige Ece Oezen ist zum ersten Mal beim Schultheater dabei. Sie ist begeistert von den Erfahrungen, die sie bis jetzt gemacht hat. «Zu lernen, wie man sich richtig bewegt, wie man Emotionen zeigt, ist grossartig. In der Theatergruppe mitzuspielen, hat mich in meinem Wunsch bestärkt, selbst einmal Schauspielerin zu werden.»

Bereits zum zweiten Mal Mitglied der Theatergruppe ist Stefanie Siegenthaler (15). Auch ihr macht das Zusammenspiel viel Freude. Und sie sagt, wieso die Vorurteile, die viele Mitschüler gegen die Theatergruppe hegen, nicht zutreffen. «Viele wollen nicht in die Theatergruppe, weil sie viel Text auswendig lernen müssen. Doch im Theater ist das nicht dasselbe wie in anderen Fächern. Denn hier muss man zum Text noch Spielen, das macht es viel interessanter.» Nicht selbst auf der Bühne, dafür mit seiner Kunst anwesend, ist Schüler Djordje Milosevic. Für die Aufführung hat er eine Kulisse mit Graffiti gestaltet und so alle Figurennamen des Theaters festgehalten. Das Publikum des Schülertheaters darf sich also auf eine spannende Aufführung freuen, die stark durch die persönliche Kreativität der Schüler geprägt ist.

Das Theater «way out» wird aufgeführt am Mittwoch, 6. April, und Donnerstag, 7. April, jeweils um 20 Uhr in der Halle 5 beim Gemeindehaus Seon

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