Fahrwangen

Letzte Ruhe zwischen Bäumen: In Fahrwangen soll ein Waldfriedhof entstehen

Der Waldfriedhof in Rheinfelden. In Fahrwangen soll es bald eine ähnliche Ruhestätte geben.

Der Waldfriedhof in Rheinfelden. In Fahrwangen soll es bald eine ähnliche Ruhestätte geben.

Bis zu 30 Bäume sollen zu Ruhestätten werden – wenn die Ortsbürgerversammlung zustimmt. Zum Schutz der Natur sei eine stille Beisetzung im Familienkreis erwünscht.

«Immer mehr Menschen möchten ausserhalb eines Friedhofes ohne Grabstein und ohne Grabunterhalt zur letzten Ruhe gebettet werden», schreibt der Gemeinderat Fahrwangen in der Traktandenliste zur Ortsbürgergemeindeversammlung am 21. November. Aus diesem Grund stimmen die Ortsbürger nun über die Realisierung eines Waldfriedhofes ab.

Geeignet für das Vorhaben wäre gemäss Gemeinderat das Waldstück «Wangenhölzli», das sich im Besitz der Ortsbürgergemeinde befindet. «Das Gebiet beinhaltet ca. 1 Hektare Wald mit ca. 30 für die Bestattung geeigneten Bäumen», so der Gemeinderat. Es sei zudem nicht windanfällig und schwierig zu bewirtschaften. «Die alten Bäume würden weiterhin liegen gelassen, es würden lediglich Sicherheitsmassnahmen vorgenommen», heisst es in der Gmeinds-Botschaft.

Bei der Schweinescheune im «Rüchlig» sollen drei Parkplätze entstehen, von wo aus das Waldstück zu Fuss erreicht werden kann. «Die Bäume im besagten Waldstück müssten gekennzeichnet und auf einem Plan festgehalten werden. Der Baum müsste ab dem Zeitpunkt der Bestattung mindestens 20 Jahre bestehen bleiben», schreibt der Gemeinderat.

Ausnahme dabei: höhere Gewalt, wie ein Sturm oder das Absterben des Baumes. Für die Vorbereitung der Grabstelle wäre der Forstbetrieb verantwortlich. Die Asche darf nicht oberflächlich verstreut, sondern muss eingegraben werden. Aber ohne Urne.

«Zum Schutz der Natur ist eine stille Beisetzung im Familienkreis erwünscht», heisst es. Auf Zeremonien und Abdankungsfeiern soll verzichtet werden. Auch Blumenschmuck, Inschrifttafeln oder Andenken sind auf dem geplanten Waldfriedhof nicht erlaubt. «Der Wald ist gleichzeitig Grab und Grabschmuck», schreibt der Gemeinderat.

Eine Ruhestätte gibt es ab 4000 Franken

Die einmaligen Kosten für den geplanten Waldfriedhof belaufen sich für die Ortsbürgergemeinde auf 10'000 Franken. Darin enthalten sind unter anderem die Bereitstellung des Waldes, die Erstellung von drei Parkplätzen und die Nummerierung der Bäume. Die jährlichen Kosten werden auf 2500 Franken geschätzt. Ein Platz für die letzte Ruhe im Fahrwanger Wald beläuft sich auf 4000 Franken für einen Baum mit bis zu 40 cm Durchmesser. Einwohner und Ortsbürger von Fahrwangen zahlen 80 Prozent des Preises.

Auch Familienbäume sollen in Fahrwangen möglich sein, bis zu zehn Personen sollen mit Einverständnis der Angehörigen rund um einen Baum ihre letzte Ruhe finden.
Nebst dem Waldfriedhof entscheiden die Ortsbürger auch über eine Verlängerung des Baurechts für die Pistolenschiessanlage.

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