LENZIA-FORST
Wegen des Schneefalls im Januar: Die Schäden im Lenzia-Forst sind grösser als befürchtet

Es geht um 4300 Kubikmeter Holz, das zwangsgeholzt werden musste. Ein Teil des Holzes bleibt jedoch im aus ökologischen Gründen im Wald.

Anja Suter
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Matthias Ott vor der 200-jährigen Eiche, die dem Schnee zum Opfer gefallen ist.

Matthias Ott vor der 200-jährigen Eiche, die dem Schnee zum Opfer gefallen ist.

Chris Iseli / LZB

Rund 200 Jahre alt dürfte sie sein, die Eiche, die momentan im Fünfweiher in Lenzburg liegt. Schuld an ihrem Fall sind die grossen Schneemassen im Januar. Damit der Weg für Spaziergänger wieder frei ist, wurde ein Stück des Baumes von den Forstdiensten Lenzia entfernt. Die Waldschäden, die durch den Schnee im Lenzia-Forst (der Ortsbürgergemeinden Lenzburg, Ammerswil, Niederlenz, Othmarsingen und Staufen) verursacht wurden, sind grösser als zuerst erwartet. Anfang Februar ging Mat­thias Ott, Leiter der Forstdienste Lenzia, noch von rund 3000 Kubikmetern Holz aus, das zwangsgenutzt werden muss. «Inzwischen konnten wir uns einen besseren Überblick verschaffen, es sind rund 4300 Kubikmeter», sagt der Förster.

Wider Erwarten seien nicht nur die Gebiete Buech, Birch, Länzert, Lind und Wyl betroffen, sondern auch Bärg-Ebnet und Lütisbuech. Beim Gang durch den Wald fällt auf, dass einige Bäume mit Markierungen versehen sind. «Die müssen alle noch aus dem Wald entnommen werden», sagt Ott. Grund dafür sind meist die Kronen der Bäume, die beschädigt sind. «Das ist vor allem ein Problem, weil die Bäume ihre Energie grösstenteils aus der Krone beziehen.»

Population der Borkenkäfern ist leicht absteigend

Gefällt werden müssen vor allem Fichten. Die Bäume sind anfällig für die Borkenkäfer. «Die Population des Borkenkäfers ist momentan zwar weiterhin auf einem hohen Niveau, aber sie ist absteigend», erklärt der Förster. Wenn die vom Schnee geschwächten Fichten stehen gelassen würden, wären sie eine willkommene Nahrungsquelle für die Tiere. «Das wäre dann im Sommer wie ein grosses Buffet für die Borkenkäfer.» Wäre die Situation mit den Borkenkäfern nicht so angespannt, würde er mehr der angeschlagenen Bäume stehen lassen, so der Förster. «Aber in dieser Situation ist es ein zu grosses Risiko.»

Dadurch, dass zusätzliches Holz aus dem Wald entnommen werden muss, wird es zu einigen Lücken in den verschiedenen Gebieten kommen. Doch längstens nicht alles Holz, das wegen der Schneemassen gefällt werden muss, wird vom Forstdienst entfernt.

«Ein Teil des Totholzes wird im Wald zurückgelassen, das ist gut für die Ökologie»,

erklärt Ott. Voraussetzung dafür sei natürlich, dass die gefallenen Bäume oder Äste für die Waldbesucher keine Gefahr sind. Auch die grosse Eiche, die derzeit im Fünfweiher liegt, wird vielleicht nicht restlos entfernt. «Es sind Überlegungen da, ob man einen Teil des Baumes für die Fische im Weiher lassen möchte», sagt Matthias Ott. Entschieden sei dies jedoch noch nicht, die Abklärungen dazu laufen derzeit noch. Zudem gibt es auch noch einen weiteren Vorteil. «Der Preis für Fichtenholz auf dem Markt ist gestiegen und steigt auch noch weiter an.» Der Absatz des Holzes laufe gut. «Unter anderem wird ein Teil des Holzes für den Bau der Schweizer Mälzerei benötigt», sagt der Förster.