Lenzburg/Seengen
Ämter-Fusion: Alle Betreibungen nach Lenzburg

Die Betreibungsämter Lenzburg-Ammerswil und Seengen fusionieren. Damit werden 40 Stellenprozente gespart.

Florian Wicki
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Gemeindeammänner Urs Haller (Meisterschwanden), Marianne Horner (Ammerswil), Ueli Voegeli (Egliswil), Jörg Bruder (Seengen, v.l.) und Frau Vizeammann Franziska Möhl (Lenzburg) bei der Unterzeichnung des Gemeindevertrags zur Fusion der Betreibungsämter.

Gemeindeammänner Urs Haller (Meisterschwanden), Marianne Horner (Ammerswil), Ueli Voegeli (Egliswil), Jörg Bruder (Seengen, v.l.) und Frau Vizeammann Franziska Möhl (Lenzburg) bei der Unterzeichnung des Gemeindevertrags zur Fusion der Betreibungsämter.

Florian Wicki / Aargauer Zeitung

Wer in Seengen, Egliswil oder Meisterschwanden im neuen Jahr aufs Betreibungsamt zitiert wird, braucht nur schon für den Weg hin und zurück bis zu 40 Autominuten: Ab 1. Januar wird der Betrieb des Regionalen Betreibungsamts Seengen eingestellt und nach Lenzburg verlagert.

Die Vorteile eines gemeinsamen Standorts in Lenzburg würden dermassen überwiegen, dass man in Kauf nehmen müsse, dass ein Teil der Kundschaft einen längeren Anfahrtsweg auf sich nehmen muss, sagte die Lenzburger Frau Vizeammann Franziska Möhl am Donnerstag bei der Unterzeichnung des Gemeindevertrags, der die Fusion ermöglicht.

Andere Gemeinden können jederzeit einsteigen

Doch da sei die Reise noch nicht unbedingt fertig, bemerkte der Seenger Gemeindeamman Jörg Bruder. Man habe weitere Gemeinden angefragt: «Darum ist es extrem wichtig, dass der Vertrag die Offenheit hat, jederzeit erweiterbar zu sein.»

Laut Möhl kann man so die «hohe Professionalität und die hohe Qualität» der Dienstleistungen weiterhin sicherstellen. Ausserdem wächst das neue Betreibungsamt durch die Fusion auf eine Grösse, die durch einen grösseren Stellenplan längere Öffnungszeiten ermöglicht.

Digitalisierung entschärft Anfahrtsproblematik

Im Rahmen der Fusionsvorbereitung hat sich gezeigt, dass es besonders in Sachen Digitali-sierung noch Luft nach oben gibt: «So kann man zum Beispiel mit der Einführung eines elektronischen Bestellprozesses für Betreibungsauskünfte schneller und effizienter arbeiten», sagt Möhl. Damit würde auch der Nachteil des längeren Anfahrtswegs für die Seetaler ein wenig abgefedert.

Ferner habe man mit einem elektronischen Dokumentenmanagement mit Pendenzen-bewirtschaftung bis hin zur Ablage durchaus die Möglichkeit, die Betreibungsämter fitter zu machen. Möhl: «Weniger Papier führt zu kürzeren Wegen, besseren Informationen und so auch zu besseren Dienstleistungen.» So seien Einsparungen im tiefen sechsstelligen Bereich möglich.

Einsparung beim Stellenplan

Leiten wird das neue Betreibungsamt Lenzburg Seetal die bisherige Leiterin des Betreibungsamts Lenzburg-Ammerswil, Carmela Gugliotta. Insgesamt stehen für das neue Amt 400 Stellenprozente zur Verfügung, also eine zehnprozentige und damit in Franken ebenfalls tiefe sechsstellige Einsparung gegenüber den 440 Stellen- prozenten, die das Betreibungsamt Seengen (160 Prozent) und Lenzburg-Ammerswil (280 Prozent) derzeit noch zusammen auf die Waage bringen.