Entscheidungen

Lenzburger sollen grosszügig sein: in vier Volksabstimmungen geht es um 19 Millionen Franken

In Lenzburg stehen wichtige Entscheide an.

In Lenzburg stehen wichtige Entscheide an.

Lenzburg steht vor dem grössten Investitionsschub der vergangenen Jahre: Im Finanzplan der Stadt sind bis 2024 über 50 Millionen Franken eingestellt. Für vier Projekte werden derzeit die Weichen gestellt, bei denen das letzte Wort bei den Stimmbürgern liegt.

Bis im nächsten Frühling kommen Investitionen von rund 19 Millionen Franken an die Urne. 6,7 Millionen Franken kostet die neue Verwaltungszentrale im Hünerwadelhaus. Im vergangenen Dezember hatte der Einwohnerrat den Planungskredit auf 1,1 Millionen Franken gekürzt. Der Verpflichtungskredit kommt im September vor den Einwohnerrat, der Urnengang ist am 29.November geplant.

Schulraumprojekte: 9,9 Millionen Franken

Jetzt stehen weitere Entscheide an: Am 18. Juni geht es im Einwohnerrat gleich bei zwei Geschäften um Vorprojekte für neuen Schulraum beziehungsweise um schulergänzende Infrastruktur in der Grössenordnung von zehn Millionen Franken. 248'500 Franken will der Stadtrat für die Planung der Bleichesanierung, den Einbau von Räumen für Textiles und Technisches Gestalten und für die Tagesstrukturen. Im März hatte der Einwohnerrat den Kredit von 4,6Millionen knapp zurückgewiesen und ein Vorprojekt verlangt.

Mit 380'000 Franken soll die Erweiterung des Schulhauses Mühlematt angegangen werden. Das Gebäude war 2013 gebaut worden, 5,3 Millionen Franken sind für den Ausbau vorgesehen.

In der Zwischenzeit ist es in den Lenzburger Schulstuben nämlich bereits wieder eng geworden. Seit 2010 ist die Bevölkerung um 30 Prozent gewachsen auf 10'830 Personen Ende 2019. Bis 2030 rechnet der Stadtrat mit 12'264 Lenzburgern, wie er in seinem Bericht zur Schulraumplanung Lenzburg festhält. Die Auswirkung auf die Primarschülerzahlen ist frappant: Der Stadtrat rechnet mit einer Zunahme um einen Viertel auf 1000 Schüler bis 2035. Weil die ersten Schulzimmer in der Primarschulanlage Angelrain bereits ab Sommer 2021 fehlen, werden behelfsmässig Provisorien eingerichtet. Am Mittwochabend hat der Stadtrat den Einwohnerräten die Geschäfte schmackhaft gemacht. Zum kürzlich erstellten Bericht zur Schulraumplanung erklärte Stadtammann und Bildungsminister Daniel Mosimann, dieser sei nicht abschliessend, sondern werde laufend mit den neusten Erkenntnissen ergänzt werden. «Aktuell rechnen wir mit einem Anstieg von bisher 26 auf 37 Abteilungen. Dies immer unter der Voraussetzung, dass die Prognosen zutreffen.»

Währenddem die Primarschule bereits jetzt aus allen Nähten platzt, werden die Platzverhältnisse auch im Oberstufenzentrum Lenzhard knapp. Kann die geplante Kooperation mit der Schule Möriken-Wildegg für die Rupperswiler Bezirksschüler realisiert werden, so verschafft das bei den Raumkapazitäten etwas Luft, gemäss Bericht bis 2027. Die Ausführungskredite für die Projekte «Bleiche» und «Mühlematt» werden im 4.Quartal dem Einwohnerrat vorgelegt und im März 2021 an die Urne gebracht.

Projekt Bahnhofstrasse: 2,25 Millionen Franken

Bereits in diesem Herbst soll das Volk über die Sanierung und Umgestaltung der Bahnhofstrasse auf dem Streckenabschnitt von der Augustin-Keller-Strasse bis zur Kernumfahrung befinden. Immer unter der Voraussetzung, dass der Einwohnerrat am 7.Juli den Verpflichtungskredit von 2,25 Millionen Franken gutheisst.

Seit Jahren schon ist die Bahnhofstrasse als Holperpiste verschrien, deren Sanierung in der Räumlichen Entwicklungsstrategie gleichzeitig eine Aufwertung vorsieht. Eine Herkulesaufgabe für die Verkehrsplanung. Wochentags drängen sich 6800 Fahrzeuge pro Tag auf der Strasse Richtung Bahnhof beziehungsweise Knoten Kerntangente. Hinzu kommen der Regionalbus und der Langsamverkehr. Die Einführung von Tempo 30 soll die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer verbessern. Das sei keine Lösung, sondern ein Verdrängungskampf, hatte Pro Velo Lenzburg-Präsident Michael Oberle in der AZ erklärt. Dazu hielt Christian Brenner, Leiter der Abteilung Tiefbau & Verkehr, vorgestern Abend fest: «Wir möchten ein Miteinander der Verkehrsteilnehmer: Mit dem vorhandenen Strassenraum und Tempo 30 wurde das Optimum herausgeholt.»

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