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Lenzburger Lädeler-Szene in Bewegung

Neue Optik im neuen «Augentreff» von Thomas Schneider.  HH.

Neue Optik im neuen «Augentreff» von Thomas Schneider. HH.

Rotationen, Rochaden, Räumungen und Eröffnungen im Einkaufszentrum Altstadt: die Lenzburger Innenstadt schläft beileibe nicht.

Über den Jahreswechsel gerät die Lenzburger «Lädeler-Szene» in Bewegung. Dass letztlich kaum leere Lokale bleiben, beweist, dass die Stadt blüht. Mit der Eröffnung des neuen «Augentreffs» hat Augenoptiker Schneider am Wochenende auf seiner Rotation rund um die Rathausgasse in 37 Jahren schon die vierte Station erreicht.

Der Start in Lenzburg durch Roland Schneider erfolgte in der ehemaligen Bäckerei Kull am Kronenplatz. Weiter gings via Kirchgasse 24 und unter der Geschäftsführung von Sohn Thomas Schneider in die Rathausgasse 3. Mit der Rückkehr in die Kirchgasse ist man bei der Hausnummer 10 jetzt wieder in einer ehemaligen Bäckerei angelangt: der seit mehreren Jahren leer stehenden Liegenschaft Ortelli. Ein grosser Augenblick für den Augentreff.

Neue Optik mit Cheminée

Das neue Ladengeschäft mit inte-grierter Werkstatt im gründlich sanierten und umgebauten Parterre eröffnet der Kundschaft im wahrsten Wortsinn eine neue Optik: An der Rückwand strahlt ein Cheminéefeuer Wärme und Gemütlichkeit aus – in diesen Tagen eine wahre Wohltat.

Auslöser für den Umzug waren die zunehmend beengten Platzverhältnisse in der einstigen Drogerie sowie die in die Jahre gekommene Einrichtung. So konnte die Nutzfläche von knapp 90 auf 120 Quadratmeter gesteigert und Raum für die modernsten technischen Hilfsmittel gewonnen werden. Im Zentrum steht der sechs Meter lange Verkaufstisch mit zwei Beratungsplätzen.

Die Arbeitsplätze wurden in den Kundenbereich integriert; Thomas Schneider, Snezana Kostadinovic und Katharina Gautschi können bei Gläserschliff und Gestellanpassung beobachtet werden. Mit dem «iProfiler» werden Unregelmässigkeiten des
Auges exakt festgestellt. Dank Videosystem ist es möglich, die Brille dreidimensional auf die Position vor den Augen präzis auszumessen. Die Bereiche Kinder- und Sportbrillen werden ausgebaut; Letztere lassen sich im Windkanal praxisnah prüfen.

Kommen und Gehen in der Gasse

Anstelle des Augentreffs wird im Laden an der Rathausgasse 3 ein Tatoo- und Piercing-Studio eingerichtet; diese Branche war vor Jahren bereits an der Aavorstadt präsent, jetzt wird diese Marktlücke wieder gefüllt.

Nach 20 Jahren Geschäftstätigkeit räumt vis-à-vis Ende Januar Josef Stadelmann seinen Crazy Price Shop. Der Verkauf seiner günstigen und speziellen Damenkleider sei mangels Laufkundschaft in der Lenzburger Altstadt rapid zurückgegangen, bedauert er. Seine Stammkundschaft verweist Stadelmann auf sein Chleider-Budeli für pfiffige Mode an der Hauptstrasse 2 in Reinach. Auch das Lokal des einst legendären Allrounder-Kaufhauses Bertschi-Roeschli im markanten Eckhaus beim Moritzbrunnen bleibt nicht leer: Hier wird Thongschai Asia Food zusätzlich zum Laden in der Rathausgasse einen Thai-Take-Away eröffnen; Frühlingsrollen & Co. gibt es künftig täglich.

Am oberen Ende der Hauptgasse wurde die Liegenschaftsvermittlerin Remax vom Büro innet Umweltmonitoring und Nina Känzigs Kinesiologiepraxis «Bild und Bewegung» von abgelöst. Das einstige Gift-, Milch-, Brot- und Märthüsli wurde zum Möbelhüsli: Fulvio Bardoscia ist mit seinem Antiquitäten- und Polstermöbel-Atelier vom Bleicherain ans Stadtgässli gezogen.

«Weihnachtswunder» wird wahr

Und zu guter Letzt noch eine gute Nachricht: Die Buchhandlung am Rathaus wird ihre Tore wohl nicht endgültig schliessen. Die Hoffnung von Fredi Haefeli auf ein «Weihnachtswunder» scheint sich zu erfüllen: Nach dem in der az Aargauer Zeitung vom 23. Dezember publizierten Artikel über das abrupte Ende meldeten sich last minute zwei Interessente für die Nachfolge.

Haefeli bläst den geplanten Ausverkauf ab und stellt auf 1.April 2011 eine Lösung in Sicht. Es stünden zwei echte Alternativen zur Verfügung: einerseits eine junge Buchhändlerin, welche den Ausbau und die Verstetigung der bisherigen Form anstrebt, anderseits eine Gruppierung von Senioren, welche auf genossenschaftlicher Basis unter dem Motto «Vif im Alter» ein entsprechendes Buchsortiment sowie praktische Weiterbildung in der Internettechnologie anbieten wollen. Das wäre eine echte Bereicherung im Branchenmix des Einkaufszentrums Altstadt.

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