Lenzburg
Lenzburger Feuerwehr-Twitterer wehrt sich gegen Vorwürfe

Seit Freitagnachmittag verschickt die Regio Feuerwehr Lenzburg keine Alarm-Meldungen mehr über den Internet-Nachrichtendienst Twitter, wenn sie ausrückt. Der Verantwortliche steht stark in der Kritik und wehrt sich nun gegen die Vorwürfe.

Pascal Meier
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Alarm Nr. 71666: Diese Nachricht verschickte die Feuerwehr am Mittwoch über Twitter.Pascal Meier

Alarm Nr. 71666: Diese Nachricht verschickte die Feuerwehr am Mittwoch über Twitter.Pascal Meier

Kommandant Roger Strebel stellte den Info-Dienst per sofort ein, nachdem die Aargauer Zeitung über diesen berichtet hatte und es Kritik von Stadtrat und Aargauischem Versicherungsamt hagelte. Laut Strebel seien die internen Meldungen der Alarmzentrale eigenmächtig von einem Angehörigen der Feuerwehr auf Twitter weitergeleitet und öffentlich gemacht worden. Kommando und Feuerwehrkommission hätten nichts gewusst. Strebel kündigte Konsequenzen für den Feuerwehr-Twitterer an.

Dieser versteht die Aufregung nicht und fühlt sich ungerecht behandelt. «Die Nachrichten werden bereits seit sechs Monaten automatisch verschickt und stehen auch gut sichtbar auf unserer Internetseite», sagt Curdin Gees, der den Internetauftritt der Feuerwehr betreut. Eine Erlaubnis, die Einsätze zu twittern, habe er zwar nie bekommen. «Reklamiert hat aber auch niemand.»

Feuerwehr hat zwei Internet-Seiten

Seinem Ärger machte Curdin Gees am Wochenende auch über Twitter Luft: «Das System war schon seit April dieses Jahres aktiv, so hätte der Kommandant Zeit gehabt, dies zu bemerken», schrieb Gees in einer Nachricht über jenen Twitter-Kanal, über den bis Freitag noch die Alarm-Meldungen der Regio Feuerwehr Lenzburg verschickt worden waren.

Strebel weist Vorwürfe zurück

Feuerwehr-Kommandant Roger Strebel weist diese Vorwürfe zurück. «Wir wussten nichts von den Twitter-Nachrichten», bekräftigt Strebel, «sonst wären wir eingeschritten.» Interne Alarm-Meldungen seien nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. «Da gibt es keine Diskussion.»

Zum Vorwurf, das Kommando habe nicht bemerkt, dass die Twitter-Nachrichten auch auf der Internet-Seite der Feuerwehr aufgelistet waren, hält Strebel fest: «Wir haben derzeit zwei Auftritte im Internet und stehen in der Umstellungsphase.» Curdin Gees habe man erlaubt, die alte Internetseite weiterhin zu betreuen, weil diese viele Informationen über Fahrzeuge und vergangene Einsätze biete.