Bau- und Nutzungsordnung

Lenzburg will kein Manhattan: 38 Meter hohe Häuser reichen

Blick Richtung Westen mit den höchsten Bauten der Stadt.

Blick Richtung Westen mit den höchsten Bauten der Stadt.

In der aktuellen laufenden Revision der Bau- und Nutzungsordnung werden die Leitplanken für die kommende Entwicklung von Lenzburg gesetzt. Das Stadtbild soll sich nicht weiter verändern.

1997 wurde die Bau- und Nutzungsordnung (BNO) zum letzten Mal revidiert. In der Zwischenzeit ist in Quartieren wie der Widmi, «Im Lenz» oder im Hornerfeld ein neues Lenzburg gewachsen.

Gleichzeitig stieg die Einwohnerzahl von 7500 auf rund 10 200 Personen. Geht es nach dem Kanton, so sind bis im Jahr 2030 rund 12 000 Menschen in Lenzburg daheim. Die Neuzuzügerkurve verflacht sich jedoch nur, wenn die Bautätigkeit nicht im gleichen Stil weitergeht.

Ein Blick in die aktuell laufende Gesamtrevision der BNO, welche die Leitplanken für die kommende Entwicklung der Stadt setzt, scheint diesen Trend zu bestätigen. Zumindest, was das Stadtbild anbelangt, sind in den nächsten Jahren – abgesehen vom Bahnhof – voraussichtlich nur im Rahmen der nachfolgend erwähnten Arealentwicklungen grössere Entwürfe zu erwarten.

Wo sich Lenzburg in den kommenden Jahren verändern wird, ist grossenteils bekannt. Zu den «Schlüsselgebieten» in der städtischen Innenentwicklung gehören:

«Bahnhofgebiet»: Hier wurden bereits verschiedene Studien durchgeführt. Es steht eine Testplanung an. In seinem westlichen Umfeld wird Lenzburg wohl auch in Zukunft am höchsten in den Himmel ragen.

Hier stehen übrigens bereits heute einige der höchsten Gebäude in der Stadt, das höchste ist 42 Meter hoch. Für weitere höhere Bauten eignet sich laut BNO das Gebiet westlich des Bahnhofs im Umfeld der Ringstrasse West. Doch mehr als 38 Meter wird in Zukunft kein neues Gebäude in die Höhe ragen.

Zum Vergleich: Bei den geplanten Stadion-Hochhäusern in Aarau soll eine maximale Höhe von 75 Metern möglich sein. Und ganz so einfach lässt sich eine höhere Baute mit der nun aufgelegten BNO in Zukunft nicht realisieren. Die Realisation ist an etliche architektonische und städtebauliche Bedingungen geknüpft. Zudem muss ein Gestaltungsplan erstellt werden. Mit dieser Pflicht werden die Areale mit einem höhren Entwicklungspotenzial belegt.

«Müli-Märt»: Bei diesem Areal steht eine «Erneuerung, Umstrukturierung und Verdichtung» an. Laut BNO-Entwurf wurde im letzten Jahr eine Testplanung durchgeführt, ohne weitere Planungsschritte zu unternehmen.

«Erlengut»: Die an den Gertrud Villiger-Platz angrenzende Baulücke (Kiesplatz) soll «mit einer städtebaulich gut eingepassten Lösung» geschlossen werden. Ein erster Planungssatz ist hier bisher analog dem «Müli-Märt» verlaufen.

«Zeughausareal»: Das alte Zeughaus im Westen der Stadt gehört zu den grössten noch verbleibenden Landreserven der Stadt. Die BNO sieht hier «eine qualitätsvolle Entwicklung und Umstrukturierung dieses für Lenzburg wichtigen Areals» vor. Im kantonalen Richtplan ist dieses Gebiet als «Wohnschwerpunkt» deklariert.

«Gebiet Aabach Nord»: Mit einem separaten Entwicklungsplan soll in diesem Gebiet ein vielfältiger Nutzungsmix ermöglicht werden. Dabei soll den bestehenden historischen Strukturen (Wisa-Gloria) Rechnung getragen werden.

Info-Anlässe und Mitwirkung

Die neue Nutzungsordnung passt verschiedene weitere Bestimmungen für die bauliche Entwicklung Lenzburgs an: In der Altstadt, in Aussenquartieren, am Gofi ebenso wie im Erholungsraum Aabach.

Der Entwurf der BNO liegt bis zum 25. Mai beim Stadtbauamt am Kronenplatz auf oder kann auf der Website der Stadt eingesehen werden. Das umfangreiche Werk beinhaltet nebst dem Planungsbericht ein separates Dokument, in welchem die genauen Änderungen oder Ergänzungen zur bisherigen Regelung rot markiert sind.

Hinzu kommen spezielle Regelwerke für Hochwasserschutz und Energie, ergänzt mit Orientierungshilfen zu verschiedenen BNO-relevanten Themen. In den kommenden Wochen finden an verschiedenen Daten sogenannte Sprechstunden und eine offizielle Informationsveranstaltung für die Bevölkerung statt (siehe Box unten). Nachbargemeinden, Region und Kanton werden in der nächsten Woche orientiert.

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