Staufen

Lenzburg wehrt sich gegen LeShop-Abholmarkt

Der LeShop-Drive soll auf dem Areal der E.G.O. an der Aarauerstrasse zwischen Lenzburg (hinten) und Schafisheim entstehen.Pascal Meier

Der LeShop-Drive soll auf dem Areal der E.G.O. an der Aarauerstrasse zwischen Lenzburg (hinten) und Schafisheim entstehen.Pascal Meier

Die Stadt Lenzburg wehrt sich beim Kanton mit einer Beschwerde gegen die Baubewilligung für den LeShop-Drive. Die Planungen der Migros werden so noch weiter nach hinten verschoben.

Die Migros-Tochter LeShop hat an der Kantonsstrasse zwischen Lenzburg und Schafisheim grosse Pläne. Im E.G.O.-Areal auf Staufner Gemeindegebiet soll ein LeShop-Drive entstehen, ein in der Schweiz neues Abholmarkt-Konzept. Der Kunde bestellt Ravioli, Brot und Katzenfutter per Internet, fährt mit dem Auto beim Abhollager vor und lässt sich die Einkäufe in den Kofferraum stellen.

Den ersten LeShop-Drive hat der Online-Händler im vergangenen November in Studen bei Biel eröffnet. Als zweiter Pilotversuch soll gemäss ursprünglicher Planung im ersten Halbjahr 2013 in Staufen ein weiteres Abhollager folgen.

Beschwerde beim Regierungsrat

Diverse Stolpersteine haben diesen Zeitplan jedoch gehörig durcheinandergebracht. Während der öffentlichen Auflage des Baugesuches vom 21. Mai bis 19. Juni 2012 war auf der Bauverwaltung Staufen eine Einwendung eingegangen. Absender ist laut Informationen der Aargauer Zeitung die Stadt Lenzburg, welche die Zonenkonformität des Abhollagers in Frage stellt und zudem auch mehr Verkehr befürchtet. Am 12. Dezember genehmigte der Staufner Gemeinderat schliesslich das Baugesuch.

Der Stadtrat Lenzburg gibt sich nicht geschlagen und hat nun beim Rechtsdienst des Regierungsrates Beschwerde gegen die Baubewilligung eingereicht. Dies bestätigen mehrere Quellen. Der Rechtsdienst nahm gegenüber der Aargauer Zeitung aus rechtlichen Gründen keine Stellung. Auch der Stadtrat Lenzburg äusserte sich gestern nicht dazu.

In Staufen sollen 50 Jobs entstehen

Zurückhaltend gibt sich auch LeShop. Der Online-Händler bestätigt auf Anfrage nur, dass eine Beschwerde gegen das Baugesuch existiert. Zu Details nimmt LeShop mit Verweis auf das laufende Bewilligungsverfahren keine Stellung. Dominique Locher, Direktor Marketing und Verkauf bei LeShop, hält aber fest: «Der Standort hat für uns hohe Priorität und wir hoffen, dass das Projekt bald definitiv bewilligt wird.» Denn in Staufen hat LeShop grosse Pläne: Innert weniger Jahre soll aus dem Aargauer Pilotprojekt ein festes Standbein mit einem jährlichen Umsatz von 12 bis 16 Millionen Franken und bis 50 Arbeitsplätzen werden.

LeShop wittert grosses Potenzial

Staufen soll jedoch nur der Anfang sein. Mit LeShop-Drive will die Migros-Tochter Abholmärkte nach französischem Vorbild in der Schweiz salonfähig machen. Im Nachbarland sind in den vergangenen Jahren Hunderte solcher Märkte entstanden. LeShop sieht deshalb in der Schweiz grosses Potenzial. «Wir sind überzeugt, dass wir eine Detailhandelsrevolution einleiten», sagt Locher.

Zielgruppe sind in erster Linie Pendler – im Fall von Staufen Berufstätige, die in der Region wohnen und deren Arbeitsweg über den Autobahn-Zubringer Hunzenschwil nach Aarau, Bern und Zürich führt.

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